Friesland Die CDU-Kreistagsfraktion Friesland hat für ihren Antrag auf eine kurzfristige Nothilfe für die friesische Gastronomie im Kreis-Ausschuss keine Mehrheit gefunden. Der Landkreis wird keinen Gastro-Fördertopf aufmachen. „Das ist enttäuschend und frustrierend. Die friesische Gastronomie und touristische Einrichtungen werden allein gelassen“, meint der stellvertretende Fraktions-Vorsitzende Axel Homfeldt.

Dabei dränge die Zeit: Schon jetzt seien etliche Gastronomie-Betriebe in Friesland wirtschaftlich in einer sehr schwierigen Situation. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass mit der Wiedereröffnung der Gastronomie alles wieder rund läuft“, erklärt Fraktionsvorsitzender Dirk Zillmer. Erhöhte Betriebskosten durch Hygienemaßnahmen, reduzierte Umsätze durch weniger belegbare Plätze und eine geringere Auslastung machten die Öffnung für die meisten Gaststätten zu einem Minusgeschäft. „Das können auch gut aufgestellte Unternehmen nicht lange durchhalten“, so Zillmer. Die Regeln seien so streng, dass etwa Hoteliers nur einen Bruchteil ihrer Zimmer belegen könnten – ein wirtschaftlicher Betrieb ist kaum möglich.

Der CDU gehe es darum, eine akute Nothilfe zu organisieren, die so lange gilt, bis Bund und Land sich auf ein weiteres Hilfspaket für Tourismus und Gastronomie geeinigt haben. „Viele Unternehmen brauchen zum 1. Juni akut Hilfe. Wir sind in Sorge, dass die Beratungen in Bund und Land für einige Gastronomen in Landkreis bereits zu lange dauern könnten“, sagt auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Heide Bastrop. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und FDP im Kreistag eine Nothilfe für die in Friesland so wichtige Branche verweigere.

Der Landkreis hatte vergangene Woche einen Corona-Hilfsfonds mit 1,5 Millionen Euro auf den Weg gebracht. In Jever wurde unterdessen ein eigener Fördertopf mit 300 000 Euro für Gastronomie und touristische Anbieter aufgemacht.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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