Friedrichsfeld Dass aus einer schützenswerten Fläche auf dem ehemaligen Standortübungsplatz in Friedrichsfeld eine Offenlandfläche entstehen soll, kritisiert Thomas Coldewey aus Zetel. „Dabei sollte hier eigentlich die Erhaltung der Funktionsfähigkeit für den Biotopverbund gesichert werden“, schreibt der 2. Vorsitzende der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). „Zudem wäre eine Sicherung als Naturschutzgebiet, wie es in der Fortschreibung des Landschaftsrahmenplan des Landkreis Friesland beschrieben wird, als dringlich eingestuft. Ein Beschluss darüber ist laut Landschaftsrahmenplan bereits gefasst.“

Auf dem Areal, das Ausgleichsfläche für die neue Küstenautobahn 20 werden soll, beginnt die Landesbehörde für Straßenbau jetzt die Baumfällungen (NWZ vom 1. September). Die Antwort auf die Frage des Redakteurs, ob Umweltschützer die Arbeiten überprüfen, wirke irreführend, schreibt Coldewey: „Sicherlich versuchen Umweltschützer, die Arbeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu überprüfen. Eine tatsächliche Beaufsichtigung ist aber nicht machbar und findet nur bauseits statt.“

Und weiter: „Vorhandene Biotopstrukturen auf dem Gelände werden weiter unterstützt? Das liest sich im Planfeststellungsbeschluss aber anders. Demnach werden sich auf Friedrichsfeld für die Neuentwicklung von Offenlandflächen nachteilige Auswirkungen auf gemäß Paragraf 30 BnatSchG gesetzlich geschützte Biotope ergeben.“

Auch gingen laut Coldewey rund 16,2 Hektar extensiv genutztes mesophiles Grünland verloren (geschützter Landschaftsbestandteil). „Weiter werden 12,6 Hektar magere Flachlandmähwiesen zerstört. Die 40-45 Hektar Waldfläche wurde ja bereits erwähnt. Die Zerstörung oder Veränderung von Lebensräumen durch Beseitigung von Vegetationsbeständen wird billigend in Kauf genommen.“

Für Flora und Fauna werde es in den geplanten drei Jahren Bauzeit zu enormen Störwirkungen und Kollisionsrisiken durch Baustellenverkehr kommen, vermutet Thomas Coldewey. „Die Folgen für die Natur sind nicht absehbar.“

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