Upjever Mit einer bewegenden Gedenkfeier in der St. Annen-Kapelle Jever mit Militärpfarrer Heiko Schulz (Schortens) und Militärdekan Marcus Christ (Rostock) endete am Sonntag der offizielle Besuch dreier englischer Familien. Sie sind Angehörige der am 7. Juli 1940 über dem Flugplatz Upjever abgeschossenen Royal Air Force-Maschine – neben Pilot Douglas Weatherall Lindsay, Ralph Alan Anthony Ball, Alexander Aitken, Alexander Glen und der 22-jährige Bordschütze John Henry Waterfall.

Der Tag hatte an der Absturzstelle im Forst Upjever begonnen. Auf dem Friedhof Jever waren die Briten damals als unbekannte Soldaten unter großer Anteilnahme der Bevölkerung begraben worden. Als Charly Pfeifer, ehemaliger deutscher Luftwaffenpilot und Mitglied der „Gesellschaft der Flieger deutscher Streitkräfte“ und sein Sohn Frank die Suchanfrage von Familie Waterfall entdeckten, kam es zur Kontaktaufnahme. Nach einem ersten Besuch war ein weiteres Treffen vereinbart worden.

Mit einem so würdigen und von Empathie begleiteten Gedenken hatte das Dutzend angereister Familienmitglieder nicht gerechnet. „Totenfürsorge und eine würdige Bestattung ist heilige Pflicht. Feindschaft darf nicht erst im Tod enden“, würdigte Marcus Christ im Gedenkgottesdienst den damaligen Umgang mit den toten Kriegsgegnern.

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Nach der Andacht geleitete eine Ehrenabordnung des Objektschutzregiments „Friesland“, Soldaten, Reservisten und Bürger die kleine Gemeinde an das ehemalige Grab. Die fünf Soldaten wurden nach dem Krieg auf den britischen Soldatenfriedhof in Sage bei Ahlhorn überführt.

Er wolle als Freund unter Freunden ein Zeichen setzen für Frieden und Versöhnung, sagte Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers. Geschichte erzähle vom Leben von Menschen, die wirklich gelebt hätten. Erinnerungen transportierten geschichtliche Ereignisse in die Gegenwart. Für die englischen Angehörigen sprach Ted Fuller, der den Jeveranern für ihre Unterstützung dankte. Bewegend endete das Gedenken mit dem Trompetensolo „Ich hatt’ einen Kameraden“ von Willi Hehl. Nach ihrer Rückkehr soll im „Bomber Command Memorial“, einer Gedenkstätte für Flugzeugbesatzungen in der Kathedrale von Ely in East Anglia, eine Gedenkfeier abgehalten werden, sagten Jack Waterfall und Ted Fuller, beides Neffen von John Henry Waterfall. Drei Familien seien inzwischen miteinander befreundet.

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