Bockhorn /Zetel Wie das gesellschaftliche Leben ohne Ehrenamtliche aussehen würde, ist kaum vorstellbar. Joann Hagen, die bei der Gemeinde Zetel die soziale Arbeit koordiniert, sprach am Dienstagmorgen beim Politischen Frühstück der Senioren-Union Friesland über Freiwilligenarbeit.

Von Feuerwehr bis Kirche

In der Altdeutschen Diele in Steinhausen zeigte sie, wie wichtig das Ehrenamt für viele Bereiche der Gesellschaft ist.

Die Spannbreite ist beeindruckend: Von der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz über Vereinsarbeit bis zum kirchlichen Leben sorgen Freiwillige dafür, dass das gesellschaftliche Leben funktioniert. „Nehmen wir nur mal den Fußballverein meines Sohnes: Die Trainer arbeiten ehrenamtlich, die Eltern sorgen bei Turnieren für die Cafeteria und leisten Fahrdienste, und das alles ehrenamtlich“, berichtete Joann Hagen. Sie zählte Organisationen und Angebote auf – von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und Naturschutz-Organisationen über Helfer in der Justiz und bei Wahlen bis zu Jugendarbeit und Reservistendiensten.

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„Das Ehrenamt gilt als die anspruchsvollste Verhaltensform der Zivilgesellschaft“, sagte Joann Hagen, die bei der Gemeinde Zetel die Informations-, Anlauf- und Vermittlungsstelle leitet.

Nicht selbstverständlich

Sie berichtete unter anderem vom Besuchsdienst in der Gemeinde Zetel, bei dem Ehrenamtliche regelmäßig ältere oder kranke Menschen besuchen und ihnen Zeit schenken. „Dieses Ehrenamt hat einen unglaublich hohen Stellenwert für die Gemeinde und für die Menschen, die besucht werden“, sagte Joann Hagen. „Das ist schon eine andere Hausnummer als viele unregelmäßige Freiwilligendienste, weil die Ehrenamtlichen viel Verantwortung übernehmen. Und jeder, der das macht, der tut das auch für sich und nicht ohne Grund.“ 26 freiwillige Mitarbeiter hat der Besuchsdienst in Zetel.

In der Gemeinde gibt es auch eine Ehrenamtsbörse, die Freiwillige und Menschen oder Organisationen, die Hilfe suchen, zusammenbringt.

„Uns ist es ganz wichtig, dass Ehrenamtliche auch Anerkennung bekommen. Man muss sie pfleglich behandeln“, sagte Joann Hagen. Schließlich sei es nicht selbstverständlich, dass Menschen freiwillig, unentgeltlich und verlässlich dafür sorgen, dass viele Bereiche der Gesellschaft funktionieren.

Deswegen fordert die Senioren-Union, dass die Ehrenamts-Card eingeführt wird, die Freiwilligen verschiedene Vergünstigungen, etwa freien Eintritt ins Freibad, gewährt. In Schortens gibt es diese Karte bereits.

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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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