Bockhorn /Astederfeld Die Gemeinde Zetel plant, den Windpark „Herrenmoor“ zu errichten – und dagegen regt sich massiver Widerstand im benachbarten Dorf Bredehorn. Eine Initiative „Bürger gegen Windpark Herrenmoor“ wurde gegründet, die am Mittwoch im Bockhorner Rathaus eine Petition mit 70 Unterschriften einreichte.

Die Gemeinde Bockhorn ist nicht direkter Ansprechpartner, Bürgermeister Andreas Meinen nahm die Petition aber entgegen und versprach, sie an die Politik weiterzureichen. Das Anliegen der Bredehorner soll im zuständigen Fachausschuss beraten werden.

Im Herrenmoor sollen drei Windmühlen des Betreibers Enercon mit der Gesamthöhe von jeweils 150 Meter sowie eine vierte, ein fast 200 Meter hoher Prototyp, gebaut werden. Diese Pläne hatte die Gemeinde Zetel bei einer Bürgerversammlung vor rund 70 interessierten Bürgern, darunter vielen Anwohnern, Ende April in Astederfeld vorgestellt (NWZ  berichtete).

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Für die Initiative waren Elke Junghart, Birgit Nolte, Rolf Osterthun und Anke Wittje ins Bockhorner Rathaus gekommen. Die Windkraftanlagen, so Elke Junghart, würden „in einem Abstand von nicht einmal 500 Metern zur Wohnbebauung“ errichtet werden. „Das wäre ein ziemlich großer Einschnitt für uns Bredehorner.“ Zudem würden die Zufahrten für die Baufahrzeuge durch Bredehorn verlaufen: „Da wird schon vermessen, da müssen viele Bäume gefällt werden.“

Birgit Nolte sagte bei der Übergabe der Petition im Rathaus: „Die Lärmbelastung wird nachts mit 45 Dezibel angegeben, das wäre ein massiver Eingriff in unsere Lebensqualität.“ Denn Bredehorn zeichne sich durch eine idyllische Ruhelage aus. Rolf Osterthun hat gerade ein Haus gebaut. Er sagt: „Kinderzimmer, Schlafzimmer, der Garten, alles ist in Richtung Windpark ausgerichtet, von dem wir beim Bauen nichts wussten.“

Birgit Nolte warnt vor dem Infraschall, der immer mehr in der Diskussion steht: „Der Infraschall wirkt wie ein ständig laufender Störsender“, sagte Birgit Nolte. Sie hat sich über den Umgang mit diesem Phänomen in anderen Ländern informiert – und negative Auswirkungen von Infraschall seien in einigen Ländern bereits anerkannt, sagt sie. Anke Wittje betonte, dass die Bürgerinitiative nicht grundsätzlich gegen Windkraft sei, aber die Politik gehe am Ziel vorbei: „Unsere Natur wird verunstaltet.“

Bürgermeister Meinen wies darauf hin, dass die Gemeinde Bockhorn als einer der Träger öffentlicher Belange in das Planungsverfahren eingebunden werde: „Die Bedenken der Bredehorner Bürger werden in unsere Abwägungen einfließen.“ Er könne die Sensibilität der Anwohner verstehen, doch „wir müssen erst sehen, was im Verfahren geschieht. Und da ist erster Adressat für Bedenken die Gemeinde Zetel.

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.