Bockhorn „Als Frau muss man in der Politik oft doppelt so gut sein wie ein Mann, um ernstgenommen zu werden.“ Dieser Satz stammt von Christa Hoppenheit, die seit mehr als 20 Jahren für die UWG im Rat der Gemeinde Bockhorn ist. Sie weiß, wie es ist, in der Männerdomäne Politik zu bestehen, ebenso wie die vielen anderen ehemaligen und jetzigen Ratsfrauen, die am Dienstagabend von ihren Erfahrungen berichteten. Die Kreisvorsitzende der CDU, Christel Bartelmei aus Bockhorn, hatte zusammen mit der Frauen-Unionsvorsitzenden Hanne Cordes aus Zetel und der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Bockhorn, Gisela Schweers, ins Bürger-Huus eingeladen. Das Thema lautete „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Rund 30 Frauen waren gekommen.

Es ging nicht nur um die Frauen als Wählerinnen, sondern auch um Frauen als gewählte Politikerinnen. Es stellte sich heraus: Die meisten von ihnen, die am Abend da waren – Christa Hoppenheit eingeschlossen – wurden zu ihrer Kandidatur überredet. Das ging auch Silvia Breher so, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Löningen im Landkreis Cloppenburg. Die 45-Jährige war nach Bockhorn gekommen, um von ihren Erfahrungen als Frau in der Berliner Politik zu berichten. „Viele haben mich ermutigt, zu kandidieren. Doch ich habe es erst gar nicht in Betracht gezogen. Wenn aber Männer gefragt werden, zögern sie nicht. Nein, sie warten nicht einmal, bis sie gefragt werden, wenn sie die Chance auf Karriere sehen“, sagte Silvia Breher. Die meinungsstarke Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt, hat es geschafft, sich zu behaupten.

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Doch sie habe „unfassbar lange daran arbeiten“ müssen. Silvia Breher ist Mutter von drei Kindern und Juristin, an Selbstbewusstsein habe es ihr nie gemangelt. Doch in der Öffentlichkeit zu stehen, das war für sie neu, als sie 2017 in den Bundestag gewählt wurde. Sie begann, darauf zu achten, was sie von ihren männlichen Kollegen unterscheidet. Eine Erkenntnis: „Als Frau legt man viel mehr Wert auf die Meinung anderer und macht sich damit klein. Männer tun das nicht.“ Sie habe schnell gelernt, die Ellenbogen auszufahren, wenn sie von etwas überzeugt war. So schaffte es die ehemalige Kreisgeschäftsführerin des Landvolkverbandes Vechta, als volles Mitglied in den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin zu kommen. Jetzt kämpfe sie zudem für Frauenrechte im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin.

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Silvia Breher setze sich für Frauen ein, doch die Frauen sollten auch für sich selbst kämpfen und ihr Licht nicht immer unter den Scheffel stellen, sagte Christel Bartelmei. Die CDU-Kreisvorsitzende appellierte an die Frauen: „Trauen Sie sich etwas zu. Erheben Sie Ihre Stimme, wenn Sie sich eine Meinung gebildet haben. Bestärken Sie andere Frauen und wählen Sie Frauen.“

Auch Katja Lorenz, stellvertretende Bürgermeisterin im Amt in Bockhorn und Kandidatin für die Bürgermeisterwahl 2019, war dabei. Ihr Appell: „Lassen Sie sich für Ämter aufstellen. Denn was bei Frauen als dominant bezeichnet wird, heißt bei Männern Durchsetzungsfähigkeit.“ Mut machte Christa Hoppenheit: „Wenn man erstmal in der Politik ist, wird man selbstbewusster.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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