Bockhorn In der Gemeinde Bockhorn wird es wohl kaum jemanden geben, der so viele Auszeichnungen erhalten hat wie Diedrich Loers. Vor 50 Jahren ist er zum ersten Mal in den Rat eingezogen – Grund genug, einmal zurückzublicken.

1934 in Bockhornerfeld geboren, besuchte Diedrich Loers die Volksschule in Jührdenerfeld. In der Zeit des Nationalsozialismus und in der Kriegszeit von der Familie behütet, „spürten wir schon die Sorgen der Eltern, die nicht mit dem Nationalsozialismus übereinstimmten“, sagt Loers.

1948 kam der Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurück, die Zeiten wurden besser. Diedrich Loers absolvierte eine Lehre zum Hufschmied in Eggeloge, er wurde dann zum Brandschutzbearbeiter für die „Marine an Land“ im Depot Fuhrenkamp.

Mit den Jahren kamen die Auszeichnungen für den engagierten Bockhorner – und die Liste ist lang. Das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber für den Brandschutz. Ehrung für 25 Jahre Schiedsmann. Das Bundesverdienstkreuz am Bande für besondere Verdienste für Volk und Staat. Die Ehrennadel in Gold des Niedersächsischen Städte- und Gemeindetages. Die Goldene Ehrennadel der Boßeler, Loers brachte es bis zum Ehrenvorsitzenden des Klootschießer- und Boßelvereins (KBV) Grabstede.

Engagement in Vereinen

Zwölf Jahre lang leitete Diedrich Loers die Dorfgemeinschaft Bockhornerfeld. Gerne erinnert er sich an das „Spiel ohne Grenzen“: „Da machte das ganze Dorf mit.“ Zehn Jahre war er Schöffe, 30 Jahre in der Gewerkschaft, 25 Jahre Vorsitzender der Seniorengemeinschaft „Wi holt tosamen“, ebenso lange im Vorstand des Senioren- und Pflegeheimes Osterforde.

Darüber stand immer die Politik. Loers trat der SPD bei. Die Landesregierung wollte die kleinen Schulen schließen, Loers war dagegen: „Kurze Wege für kurze Beine“ war sein Motto, er verließ die SPD wieder und ging zur Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), um gemeinsam mit Walter Schlosser für den Erhalt der Schulen in Jührdenerfeld, Bredehorn und Ellenserdammersiel zu kämpfen. 1968 zogen beide in den Gemeinderat ein. Gerd Hanken war damals Bürgermeister: „Ein Mann von Wort“, sagt Loers heute.

Eine gute Zeit sei das gewesen. Aber dabei blieb es nicht. Bei der UWG fehlte ihm „der Draht nach oben“, zudem kam es zu Disputen mit UWG-Leuten wie Eduard Arndt und Harald Martens. Diedrich Loers wechselte die Seiten, er ging wieder zur SPD, seine neuen Mitstreiter hießen Rainer Brunken und Otto Schütz, später der junge Tim Gburrek. „Den hätte ich gerne als Bürgermeister gesehen“, sagt Loers. Fünf Legislaturperioden war Diedrich Loers in Kreistagen im Ammerland und in Friesland.

Gemeinsam gestalten

50 Jahre Ratsarbeit: „Darauf blicke ich mit Wehmut und Stolz zurück. Ich habe immer Freude daran, Menschen in meiner Heimat zu begegnen und Platt zu snaken. Mein Wunsch ist es, gemeinsam mit den Einwohnern die Kultur und das Vereinsleben zu gestalten.“

Ehrung im Rat

Sehr wichtig sei ihm der Erhalt der Gemeindeteile: „Ortschaften dürfen nicht unterbewertet werden.“ Viele Debatten habe er im Rat erlebt: „Die immer sagen, was man gerade hören will, sind nicht immer die besten Berater. Ich-Bezogene suchen nur eigene Vorteile. Aber es gab immer auch Idealisten.“

Seine außergewöhnlichen Leistungen in Kommunalpolitik und Ehrenamt habe er nur dank der Unterstützung der Familie, vor allem der drei Töchter, erbringen können. Diedrich Loers sagt: „Die dörfliche Kultur in den Vereinen gibt uns das wertvolle Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, der Vertrautheit in sozialen Beziehungen.“ Ans Aufhören denke er nicht. Politik diskutiert er auch mit Enkelin Jaquline: „So bleibe ich mit der Jugend in Verbindung.“

Für seine politische Arbeit auf kommunaler Ebene wird Diedrich Loers geehrt, einmal im November vom SPD-Ortsverein Bockhorn sowie am 13. Dezember in der Bockhorner Ratssitzung.

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