Jever Die beiden Fotos besitzen Seltenheitswert: Sie zeigen Angehörige des jeverschen Volkssturms und der Wehrmacht beim Bau einer aus Holz bestehenden „Panzersperre“ am Elisabethufer im März 1945.

In seinen „Lebenserinnerungen“ hat Georg Janssen, der einstige ehrenamtliche Leiter des Heimatmuseums im Schloss Jever, die beiden Fotos überliefert. Historiker Holger Frerichs (Varel) sucht zu den beiden Fotos Informationen.

Seit Oktober 1944 übte regelmäßig der Volkssturm der 16- bis 60-Jährigen, miserabel ausgerüstet, ohne genügend Waffen und Munition, weiß Frerichs. In Jever gab es drei Kompanien, deren Einzugsgebiet sich an den drei Ortsgruppen der NSDAP orientierte.

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Hinweise gesucht

Wer zu den Fotos, den Personen und sonstigen Umständen Auskünfte geben möchte, kann sich an das Schlossmuseum Jever wenden: Holger Frerichs, Tel. 04461/96 93 50 oder E-Mail an h.frerichs@ schlossmuseum.de

Über die Situation Mitte März 1945 in Jever berichtete Georg Janssen in seinen „Lebenserinnerungen“, die im Schlossmuseum aufbewahrt werden: „In Jever traf um die Mittagszeit des 17. März [1945] die erste größere Kolonne von Flüchtlingen (rund 500 Personen) aus dem Osten ein: Ein trauriges Bild, was die mit ihrem wenigen Hab und Gut, meist in Koffern oder Säcken verpackt, abgeholt von Partei und Jungvolk, in die Stadt einzogen und sich auf die verschiedenen Straßen verteilten. (…) Militär und Volkssturm sind dabei, an vielen Stellen der Stadt Panzersperren zu errichten, so in der St. Annenstraße, Schlosserstraße, Kl. Wasserpfortstraße, Lohne, Rosenstraße, Bahnhofstraße, Schillerstraße, Tatergang, Terrasse, am Wall, Grüner Weg, Elisabethufer u.a.m. Am Stadtrand entstehen mehrfach Laufgräben, so bei der Schlachtmühle und beim Altersheim.“

Zum Hintergrund: Bis Frühjahr 1945 rückten die Alliierten weit in den nordwestdeutschen Raum vor. Friesland, Wilhelmshaven und Butjadingen glichen schließlich Ende April 1945 einer „Endsiegsinsel“. Kanadische und polnische Einheiten in der britischen Armee näherten sich, ohne großen Widerstand vorzufinden, zügig aus Südwesten.

„Im grotesken Widerspruch zur aussichtslosen militärischen Lage standen die offiziellen Durchhalteparolen der Nazis, die fanatisch ,Endsieg oder Untergang‘ propagierten“, so Frerichs. Die Funktionäre der Partei riefen unter dem Motto „Leewer dood als Sklav!“ zum Kampf bis zum Letzten auf, überall hängte man rote Plakate „Und wir siegen doch!“ aus.

Schon seit August 1944 waren die Küstenbefestigungen verstärkt worden. Da man eine weitere Landung der Alliierten befürchtete, entstand der „Friesenwall“, der nie richtig fertig wurde. Jever gehörte zum Gürtel um die „Festung Wilhelmshaven“, erklärt Frerichs.

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