Horumersiel 817 Unterschriften, davon eine im Auftrag von 92 Wohnungsinhabern, hat Initiator Christfried Kowalewsky in nur einem Monat von Einheimischen, Kurgästen und Urlaubern aus ganz Deutschland gesammelt. „Und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, dann wären es noch sehr viel mehr geworden“, betont er.

Der Grund für sein Engagement: In Horumersiel gibt es seit November 2015 keine Post-Agentur mehr. Damals wechselte der Inhaber des örtlichen Supermarkts, die Post-Agentur schloss. Für die Horumersieler und ihre Gäste ein unhaltbarer Zustand, der dringend geändert werden muss. Denn nun müssen sie weite Wege auf sich nehmen, wenn sie Pakete versenden, den Service der Postbank nutzen oder eine größere Menge Briefmarken kaufen wollen. Die nächsten Anlaufstellen der Post sind in Hooksiel oder Hohenkirchen. Betroffen sind übrigens auch Bewohner und Gäste aus Schillig und Minsen.

Deswegen hat Kowalewsky die mehr als 50 Listen mit Unterschriften am Dienstag am Postkasten an der Goldstraße Horumersiel an Markus Gellert von der Gemeinde Wangerland, Ralf Ewen von der Wangerland-Touristik (WTG) und CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Werner Kammer (Zetel) übergeben.

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Bisher kein Erfolg

Unterstützung bekam er von Renate Janßen-Niemann (CDU), Petra Euken vom Gewerbeverein Horumersiel-Schillig, Ingrid Reck vom Seebadeverein und Angelika Meyer von der Dorfgemeinschaft sowie Dieter Behrens-Focken, CDU- Fraktionsvorsitzender.

„Ich glaube, jetzt wird uns besser geholfen“, sagt Kowalewsky, der mit seiner Unterschriften-Aktion zum Erhalt der Fußgängerbrücke über das Horumersieler Tief bereits erfolgreich gewesen ist (die   berichtete).

Bisher seien alle Verhandlungen zwischen der Post AG und möglichen Betreibern einer Post-Agentur im Sielort gescheitert, erklärt Kowalewsky. „Das liegt an den Konditionen, die die Post AG Betreibern einer solchen Agentur anbietet“, kritisiert Petra Euken. Die seien derart gestaltet, dass sich die Agentur nicht trage: „Miete und Personal lassen sich davon nicht bezahlen. Da muss sich die Post dringend bewegen“, fordert sie.

Dass Horumersiel zwingend wieder eine eigene Post-Agentur benötigt, darin sind sich alle einig. Zwar sind im Ort nur etwa 600 Personen mit Haupt- und etwa 400 Personen mit Nebenwohnsitz gemeldet, allerdings wächst die Bevölkerung während der Saison auch durch den Campingplatz Horumersiel-Schillig – der größte in Deutschland und ganz Europa – um ein Vielfaches. „Diese besondere Lage erfordert deswegen besondere Maßnahmen“, fordert Kowalewsky. „Das sind wir unseren Gästen schuldig.“ Oft genug habe er mitbekommen, dass Urlauber nach einer Poststelle suchen und sich ärgern, wenn sie feststellen, dass es in Horumersiel keine entsprechende Anlaufstelle mehr gibt. „Und wer sich ärgert, der kommt vielleicht nicht mehr wieder“, befürchtet Kowalewsky.

Bedingungen schwierig

Hans-Werner Kammer hat indes bereits Rücksprache mit Stephan Siegmann, zuständiger Regionaler Politikbeauftragter der Post, gehalten. Er versichert: „Horumersiel ist Wunschstandort der Post AG.“

Die Post AG sei aber in Verhandlungen mit möglichen Partnern nicht weitergekommen. Denn die Post AG will einen ganzjährigen Betrieb für ihre Post-Agentur und keinen saisonalen. Man wolle aber nun die Bemühungen intensivieren und freue sich über die Unterschriften-Aktion, so Kammer. Er kündigte für die kommende Woche ein weiteres Gespräch mit der Post an.

„Solange die Bedingungen seitens der Post AG aber nicht stimmen, ist es auch keinem Gewerbetreibenden zu verdenken, wenn er eine Post-Agentur ablehnt“, gab Renate Janßen-Niemann zu bedenken.

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