Tapfer kämpfen einige gegen die trüben Aussichten an. Jammern gilt nicht, denn das bringt erst recht nicht weiter.

Von Kai Hippen

Bockhorn – An dieser Stelle wurden schon viele Jahresrückblicke aus der Gemeinde Bockhorn veröffentlicht. In den letzten Jahren waren sie meist davon bestimmt, dass die Handlungsmöglichkeiten auf allen Ebenen immer geringer wurden. Das ist auch in der Zukunft so, aber es war schon bemerkenswert, was jetzt zum Jahreswechsel auf den Versammlungen zu hören war. Vom Bürgermeister bis zum Vereinsvorsitzenden schien ein roter Faden gesponnen: „Jammern bringt nichts.“

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Das könnte auch für das Jahr 2005 als Motto gelten. Die ersten, die nicht jammern und klammern, sondern handeln, sind die „Macher“ der Bockhorner Ganztagsschule. Auch hier gibt es Bremser und Neider, aber schon im Januar werden Zuschüsse in neue Räume umgesetzt, und im November wird sogar Richtfest für einen Anbau gefeiert. Die Landjugend Friesische Wehde löst sich auf, aber ihre erfolgreiche Theatergruppe mit Hergen Brunken jammert nicht, sondern feiert auch: wieder Premiere vor ausverkauften Rängen.

Die letzten Reste der einst glorreichen Eisenbahn in Bockhorn werden eingeebnet – was am Ende dazu führt, dass sogar wieder eine Lokomotive durch Bockhorn fährt, zum letzten Halt als Erinnerungsstätte beim Urwaldkreisel.

Das „Erlebnisbad“ bleibt das Wassergrab für kommunales Geld, aber es wird nicht gejammert. Zum Verkehrsverein stößt die DLRG als Helfer in der Not, gemeinsam mit der Gemeinde wird zumindest die nächste Zukunft gesichert.

Der Präventionsrat mit Olaf Schumacher ist sowieso ein Club, in dem angesichts ständiger Gewaltszenarien nicht gejammert, sondern gehandelt wird. Der Familienaktionstag im Juni war wieder ein voller Erfolg, viele Vereine waren dabei.

In ihrem Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen beschenkt sich die Friedhofsgemeinschaft Bredehorn-Moorwinkelsdamm selbst mit einem neuen Dach für ihren „Glockenbock“. Vorsitzender Günther Wittje, weit entfernt von Jammern, ist stolz auf die im Übrigen als Grabstätte sehr gefragte gepflegte Anlage. Sogar seine zweite Gemeinschaft, der Gesangverein, singt gegen den Trend. Junge Mitglieder füllen die Reihen auf.

Die Pastoren der Friesischen Wehde klagen auch nicht, sondern gründen mit großem Zuspruch die Sommerkirche. Die Kaninchenzüchter feiern ihren 40. Geburtstag mit einer Super-Lokalschau. Großartig ist die Unterstützung für die Außenstelle Steinhausen der Grundschule Bockhorn. Kaum stand in der Zeitung, dass der Werkraum fehlt, wird nicht gejammert, sondern gespendet, von Eltern, von Tichelhoffern, von Nachbarn. Selbst der Bürgermeister grillt Würstchen. Nebenan bei Werner Kleinschmidt wird auch nicht gejammert, er und seine Freunde vom Bürgerverein Steinhausen bauen Jahr für Jahr an ihrem schönen Dorf weiter.

Was macht die Jugend? Sie fällt auf, wie immer, aber in Bockhorn auch durch Leistung. Für die Ehrungen der super-erfolgreichen Schleuderballer, Klootwerfer und Boßeler ist das Rathaus schon längst zu klein geworden. Jüngstes Beispiel: Alexej Liebenthal aus Steinhausen, gerade Landesmeister im Judo. Der jammert nicht, der sagt: „Ich habe es drauf.“

Einige Jammer-Baustellen nimmt die Gemeinde aber mit ins nächste Jahr. Was wird aus dem Oldtimerplatz? Was wird aus dem „Landgasthof Junker“? Haben die Osterforder ihren Streit um Pferdeäpfel zwischen Alpenrosen wirklich beigelegt? 1,7 Millionen Euro Miese in der kommunalen Kasse, wo soll das hinführen? Jammern hilft da auch nicht weiter. Das Motto sollte lieber lauten wie einst im „Grenzkroog“ in Moorwinkelsdamm: „Eenmal leevt wi man, un dat ist nu.“

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