Varel /Florida Auf der Zielgerade ihrer bislang ohnehin schon äußerst erfolgreich verlaufenen ersten Saison als Golf-Profi möchte sich Esther Henseleit in den kommenden drei Wochen in den USA den nächsten großen Traum ihrer Karriere erfüllen: die Qualifikation für die Ladies Professional Golf Association Tour (LPGA). „Sie muss das Ziel für jede Profigolferin sein“, hatte die Spielerin des Hamburger GC Falkenstein Anfang des Jahres schon vor ihrem Debüt als Proette bei der Ladies European Tour (LET) angriffslustig betont.

Für Furore gesorgt

Dort sorgt die 20-jährige Nationalspielerin mit diversen herausragenden Leistungen seit Jahresbeginn als beste Deutsche für Furore. Gleich acht Platzierungen unter den besten zehn Teilnehmerinnen bei 15 Turnieren, ein so erspieltes Preisgeld von rund 162 200 Euro sowie der bemerkenswerte zweite Platz in der Gesamtwertung (Order of Merit) unter 165 spielstarken Golferinnen aus ganz Europa sprechen für sich.

Höhere Preisgelder

Noch populärer und lukrativer als die Ladies European Tour (LET) ist die Ladies Professional Golf Association Tour (LPGA). Auf der nordamerikanischen Profi-Golftour winken nicht nur deutlich höhere Preisgelder als bei der LET. Zudem haben die dort erspielten Ergebnisse ein höheres Gewicht für die Weltrangliste. In dieser rangiert Esther Henseleit, deren größtes Fernziel die Qualifikation für die Olympischen Spiele darstellt, aktuell auf Rang 145 .

Dabei hat sich die Varelerin, die den Titel „LET-Rookie des Jahres“ bereits sicher hat, nach einem phänomenalen Start auch von einem zwischenzeitlichen Formtief und verpassten Cuts für Turnier-Endrunden nicht aus der Bahn werfen lassen. Pünktlich zur nun anstehenden LPGA-Qualifikation scheint sie zu ihrer Bestform zurückgefunden zu haben.

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Zuletzt verzichtete sie aber auf einen Start beim LET-Turnier in Indien, um sich unter ihrem Trainer Christian Lanfermann vielmehr den letzten Feinschliff für das USA-Abenteuer zu holen. Nun kämpft Henseleit von diesem Montag bis Donnerstag zunächst bei einem Turnier der „LPGA Q-Series“ in Florida gegen 187 Konkurrentinnen aus aller Welt um eine Platzierung unter den besten 50.

Damit würde die Friesländerin zugleich die Fahrkarte für das nachfolgende und alles entscheidende Qualifikationsturnier in North Carolina lösen, das vom 21. Oktober bis 2. November im Pinehurst Resort ausgetragen wird. Dort werden dann – ebenfalls in vier Runden – die noch freien und extrem begehrten 45 Startplätze für die neue LPGA-Tour vergeben.

Realistische Chance

„Ich fühle mich bereit, sonst müsste ich gar nicht dahin“, sagte Henseleit dem Hamburger Abendblatt vor ihrem Abflug: „Das Niveau in den USA ist schon ein anderes. Aber ich denke, ich habe eine realistische Chance.“

Diese besteht auch noch auf den LET-Gesamtsieg. Diese Tour endet Anfang Dezember mit Turnieren in Spanien und Kenia. Henseleit: „Natürlich ist es mein Ziel, sowohl die Order of Merit als auch den Rookie of the Year zu gewinnen. Das wäre ein toller Erfolg in meinem ersten Jahr.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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