Varel Eigentlich ist es das einfachste Spiel der Saison, denn gegen das mit Abstand beste Team der Nordstaffel, den TSV Altenholz, sind die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden an diesem Sonnabend (19.30 Uhr) krasser Außenseiter – alles andere als eine hohe Niederlage wäre schon eine Überraschung. Andererseits zählt im Kampf um den Klassenerhalt für die Friesen bei einem mageren Punktverhältnis von 15:31, nur noch sieben ausstehenden Spielen und den aktuell schlechteren Karten gegenüber dem MTV Braunschweig (17:31) und SC Magdeburg II (15:33, aber direkten Vergleich gegen die SG gewonnen) buchstäblich jeder Punkt. Und sind die Aussichten darauf an diesem Samstagabend noch so gering.

„Keine Frage, wir werden alles versuchen, und träumen darf selbst gegen einen solch starken Gegner erlaubt sein“, betont SG-Trainer Andrzej Staszewski, bleibt aber realistisch: „Um aus Altenholz etwas mitzunehmen, muss bei uns wirklich alles stimmen. Dabei dürfen wir uns keinen einzigen Schwachpunkt erlauben, und müssen die Spieler über ihre Grenzen gehen.“

Nur der OHV Aurich im ersten Saisonspiel (39:29) und der VfL Potsdam (36:35) haben in dieser Spielzeit bislang das Kunststück fertiggebracht, die Altenholzer zu besiegen. Zu Hause an der Förde hat das Team von Trainer Mannhard Bech in der Edgar-Meschkat-Halle überhaupt noch keinen Zähler abgegeben. Und obwohl die TSV-Verantwortlichen aus finanziellen Gründen beschlossen haben, trotz des wahrscheinlichen Titelgewinns auf das Wagnis „Aufstieg in die Zweite Bundesliga“ zu verzichten, haben die „Wölfe“ nichts von ihrer Angriffslust verloren. Zuletzt wurde der Tabellenvorletzte Grün Weiß Werder mit 37:18 deklassiert.

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„Mehr als 50 Prozent der TSV-Treffer resultierten dabei nach Ballgewinnen aus Tempogegenstößen über die erste und zweite Welle oder der schnellen Mitte“, weiß Staszewski durch das Videostudium des Kanteresieges. Die große Stärke der Altenholzer im enorm schnellen Umschaltspiel aus einer äußerst kompakten 6:0-Abwehr heraus bedeutet im Umkehrschluss nun für die Gäste aus Varel: „Wir müssen im Angriff geduldig bis zur sicheren Wurfchance spielen, und diese dann aber auch möglichst nutzen.“ Ballverluste und das Auslassen von sogenannten Hundertprozentigen aus freien Positionen, wie zuletzt bei der 28:31-Pleite gegen DHK Flensborg, sind tunlichst zu vermeiden.

Zu den herausragenden jungen Akteuren im Ausbildungsteam des TSV, der als Talentschmiede mit Bundesliga-Rekordmeister THW Kiel kooperiert, zählt Sebastian Firnhaber. Anfang Juli erhält der wurfstarke Rückraum-Linke einen Profi-Vertrag beim THW. Auch Nationalmannschafts-Linksaußen und Europameister Rune Dahmke wurde einst in Altenholz ausgebildet. Weitere aktuelle Trümpfe der Schleswig-Holsteiner sind Lucas Firnhaber (Rückraum rechts), Linksaußen Thies Bergemann sowie die Spielmacher Mathis Wegner und Jonas Ottsen.

Auf Vareler Seite bangt Staszewski indes um die Einsätze der grippegeschwächten Martins Libergs, Etrit Xhafolli und Björn Bröckerhoff.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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