Varel Den angepeilten zweiten Auswärtssieg der Saison haben die Spieler der SG VTB/Altjührden am Samstagabend verpasst. Vor 760 Zuschauern zog der Handball-Drittligist beim bis dahin sieglosen Aufsteiger MTV Braunschweig mit 28:30 (13:16) den Kürzeren und ließ die Chance ungenutzt, den Vorsprung auf die Abstiegszone auszubauen.

Die Partie, in der die Vareler immer einem Rückstand hinterher gerannt waren, war bereits in der 56. Minute entschieden, als die Braunschweiger sich vorentscheidend auf 29:23 absetzen konnten. In den Schlussminuten betrieben die Gäste noch etwas Ergebniskosmetik.

„Wir haben diesmal in der Abwehr versagt, waren oft undiszipliniert“, brachte es Andrzej Staszewski in der kritischen Spielanalyse auf den Punkt: „Das, was wir uns vorgenommen und im Training geübt haben, hat nicht geklappt“, bemängelte der SG-Trainer. So offenbarte die Deckung – vor der Pause als 5:1-Formation, nach dem Seitenwechsel im 6:0-System – immer wieder Lücken, wurden Anspiele an den Kreis nicht unterbunden oder stimmte die Organisation und Absprache zwischen den SG-Spielern nicht. „Hinzu kam, dass es diesmal leider keine Unterstützung von unseren Keepern gab“, bedauerte Staszewski. Weder Björn Bröckerhoff (3 Paraden), noch Levin Stasch (7) erwischten einen guten Tag.

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Derweil feierten die Hausherren nach Schlusspfiff vor allem ihren Torhüter Timon Wilken, der unter anderem drei Siebenmeter entschärft hatte. „Er hat gut gehalten, war aber nicht der Matchwinner“, sagte Staszewski. Zumal die Effektivität seiner Mannschaft im Angriff aus dem Spiel heraus gut gewesen sei: „Die Fehlerquote war niedrig, die Zahl der Fehlwürfe mit elf im grünen Bereich.“

Insbesondere Oliver Staszewski erwies sich diesmal als wichtiger Offensivmotor und Vollstrecker (11/2) und zeigte angesichts nur eines einzigen Fehlwurfs in der Alten Waage in Braunschweig die richtige Reaktion auf seinen durchwachsenen Auftritt bei der 26:34-Heimniederlage gegen die HSG Nord HU. Umso bitterer für die Vareler, dass von den ansonsten hervorragend pfeifenden Schiedsrichtern bei einem Tempogegenstoß der Gäste ein rüder Griff eines Braunschweigers von hinten an die Schulter des SG-Angreifers nicht mit Rot geahndet wurde (50.).

Oliver Staszewski musste danach vom Feld und konnte nach längerer Behandlung noch einmal unter Schmerzen zurück aufs Feld. Eine MRT-Untersuchung an diesem Montag soll Aufschluss darüber geben, ob die alte Schulterverletzung wieder aufgebrochen ist, die den SG-Torjäger schon in der Vorsaison lange ausgebremst hatte.

Derweil wussten im Vareler Angriff diesmal auch die beiden Kreisläufer Helge Janßen (3) und Fabian Hartwich zu gefallen. „Sie waren sehr präsent, haben Lücken gerissen und Siebenmeter herausgeholt“, erläuterte Coach Staszewski. Indes kam Marek Mikeci im rechten SG-Rückraum am Samstag nicht so erfolgreich wie zuletzt gewohnt zum Zuge und taute erst ab der 40. Minute etwas auf.

„Entscheidend war, dass wir den Gegner durch unsere Fehler in der Abwehr stark gemacht haben“, betonte Staszewski abschließend: „Im Gegensatz zu den Braunschweigern fehlte da vielleicht auch ein bisschen der letzte Biss und die nötige Aggressivität. Das müssen wir nun zu Hause gegen Flensborg deutlich besser machen.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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