Varel Von wegen schlimmer geht’s nimmer! Die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden erleben aktuell eine Spielzeit, in der sie mit ihrem Mini-Kader einen Tiefschlag nach dem anderen wegstecken müssen. Dabei haben die akut ersatzgeschwächten Friesen bis zur sehnsüchtig erwarteten Winterpause noch drei schwere Spiele vor der Brust – den Anfang macht an diesem Sonntag (15 Uhr, Wikinghalle) die Partie bei der SG Flensburg-Handewitt II.

Angesichts fehlender personeller Alternativen wäre alles andere als die Fortsetzung der Niederlagen-Serie sowie letztlich das Überwintern auf einem Abstiegsplatz eine Riesen-Überraschung. „Es wird immer abenteuerlicher – man ist als Trainer absolut machtlos“, erklärt SG-Coach Andrzej Staszewski frustriert mit Blick auf das pickepackevolle Krankenlazarett seines Teams.

Zu den mindestens bis Ende des Jahres zwangspausierenden Helge Janßen (Achillessehnenreizung) und Tom Wiedenmann (Atmungsprobleme) gesellt sich diesmal in jedem Fall Etrit Xhafolli, der mit einer akuten Magen-Darm-Grippe bis Dienstag krankgeschrieben ist. Zudem ist der Einsatz von Torwart Björn Bröckerhoff fraglich, der wegen seiner anhaltenden Herz-Rhythmus-Störungen an diesem Freitag ein weiteres Mal von einem Spezialisten in Hannover untersucht wird.

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Da unter der Woche zudem die grippekranken Levin Stasch und Torwarttrainer Andre Seefeldt fehlten, musste der kleine Haufen verbliebenen Spieler im Training gänzlich ohne Torhüter auskommen. Außerdem fehlte Kreisläufer Fabian Hartwich, dessen Einsatz in Flensburg wegen einer Rückenprellung ebenfalls stark fraglich ist.

„Eine vernünftige Vorbereitung auf den nächsten Gegner war schlichtweg nicht möglich“, bedauert Staszewski, der hofft, dass neben Hartwich zumindest Linksaußen Max Wiedenmann (Zehenbruch) nach zwei Spielen ohne Einsatz nun wieder grünes Licht von den Ärzten für seine Rückkehr aufs Feld bekommt.

Dass am Sonntag ausgerechnet beim Juniorteam des Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt die Pleitenserie der Vareler gestoppt werden kann, scheint unter diesen widrigen Voraussetzungen schier unmöglich. Vielmehr kann es für die Friesen in Schleswig-Holstein eigentlich nur um Schadensbegrenzung gehen.

Zwar hat das vor der Saison runderneute und nochmals verjüngte „Ausbildungsteam“ von der Förde aktuell nur fünf Punkte mehr auf dem Konto als die Vareler. Doch haben die Flensburger Spieler um Coach Till Wiechers, dessen vorrangiges Saisonziel nicht ein bestimmter Tabellenplatz ist, sondern „die bestmögliche Vorbereitung der Spieler auf eine mögliche Profikarriere“, zu Hause in dieser Saison noch kein einziges Spiel verloren. Nach vier Heimsiegen in Serie gab es zuletzt ein 27:27-Remis gegen Fredenbeck.

Natürlich wissen auch die Gastgeber um das Personaldebakel der Friesen und werden versuchen, diese mit Tempohandball müde zu laufen. „Überhaupt schalten die Flensburger aus einer äußerst offensiven 3+3-Deckung bei Ballgewinnen wahnsinnig schnell auf Angriff um“, nennt Staszewski die Hauptstärke des Gegners. Somit dürften die Vareler ihr Heil vor allem in der Tempoverschleppung sowie im Vermeiden von technischen Fehlern und Fehlwürfen im Angriff suchen – mehr bleibt ihnen zurzeit nicht.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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