Schortens Die besten Zeiten hat der Tennisclub Schortens lange hinter sich. Mit den historischen Wimbledon-Siegen von Boris Becker und Steffi Graf Mitte der 1980er Jahre erlebte der wenige Jahre zuvor gegründete Club einen beispiellosen Zulauf an neuen Mitgliedern. Bis Mitte der 90er Jahre kannte der Tennisclub, der in den Brauerwiesen in Freibadnähe eine ansehnliche Vereinsanlage mit Tennishalle, fünf Auß­enplätzen und Clubheim betreibt, nur eine Richtung: steil nach oben. Der Club war nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich eine Institution in Schortens. Mehr als 600 Mitglieder zählte der Verein damals.

„Das ist leider lange her“, seufzt Wolfgang Schmitz, seit 30 Jahren Mitglied im TC Schortens. Heute hat der Verein nur noch 100 Mitglieder und seit kurzem keinen geschäftsführenden Vorstand mehr. Nur noch eine Mannschaft „Herren 50“ nimmt am Punktspielbetrieb teil. Spiel – Satz – und bald Schluss?

„Das hoffen wir nicht“, sagen Schmitz und Anke Feistkorn, die im Club für die Finanzen zuständig ist. Der Verein sei in einer existenzbedrohenden Krise, es müsse dringend etwas geschehen, damit der Tennissport in Schortens noch eine Zukunft hat, sagen Schmitz und Feistkorn. Vor allem neue Mitglieder werden dringend gesucht. Und natürlich Mitglieder, die bereit sind, im Verein Verantwortung zu übernehmen.

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Dass Tennis nach wie vor auch bei der Jugend ein beliebter Sport ist, davon sind Schmitz und Feistkorn überzeugt, und das zeigen auch Berichte aus anderen Vereinen. Von der IGS Friesland-Nord in Schortens komme demnächst eine Schulklasse zum TC Schortens, die ein Schulhalbjahr lang auf den Plätzen in den Brauerwiesen Tennis als Schulfach praktiziert. Vielversprechend sei zudem eine Kooperation mit dem Heidmühler FC. So können HFCler nun für einen kleinen Extra-Betrag beim TC Schortens Tennis spielen, und umgekehrt können die Tennisspieler Angebote im HFC wahrnehmen.

„Viele Schortenser wissen überhaupt nicht, dass man in Schortens Tennis spielen kann und dass es diese Anlage hier gibt“, sagt Schmitz. Öffentlichkeitsarbeit inklusive Homepage und Facebook-Auftritte und die Jugendarbeit hat der Tennis-Club grob vernachlässigt.

Der TC Schortens denkt für alle Interessierte nun über kostenloses Tennis bis zum Ende der Saison im Oktober nach. Auch ein Schnupperbeitragsjahr sei eine Option. Wichtig sei, dass auf den Plätzen wieder gespielt wird.

Im Club, der inzwischen auch eine Boulesparte hat, könne man das ganze Jahr Tennis spielen oder sich für Trainingsstunden mit André Knura, Inhaber der DTB-Trainerlizenz, anmelden – entweder draußen auf den Sandplätzen oder in der Halle.

Im September soll in einer weiteren Mitgliederversammlung über die Zukunft des TC Schortens beraten werden.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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