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Schillig Da sitzt er nun. Braungebrannt in Badehose und T-Shirt vor seinem Campingwagen unter dem Zelt. Schnell noch einen Happen essen, bevor die Mittagspause vorbei ist – und das Training wieder beginnt. Zuerst versucht er zu erklären, was er eigentlich genau macht. Aber lange hält es ihn nicht auf dem Stuhl. „Steh’n ’se mal eben auf, ich zeig’ das jetzt mal richtig“, sagt er in seinem westfälischen Dialekt. Und dann packt Uwe Heidler an den Schultern zu.

Hobby-Beach-Wrestling

Beim Hobby-Beach-Wrestling (oder Ringkampf) stehen der Spaß an der Bewegung und die Freude, der Kraft des Gegners zu widerstehen oder sie zu nutzen, sowie der Ehrgeiz, alles zu geben, im Vordergrund. Es ist die leichte Variante des Beach-Wrestlings und eher für Sportler gedacht, die noch keine Erfahrung im Kampfsport haben. Uwe Heidler lädt dazu noch an diesem Donnerstag und Freitag, 23. und 24. August, ein. Es gibt verschiedene Trainingseinheiten, die aufeinander aufbauen. Donnerstag: 12 Uhr (Step 2), 15 Uhr (Step 3), 16 Uhr (1) und 17 Uhr (2). Freitag: 12 Uhr (Step 3), 15 Uhr: Turnier. Treffpunkt: Beach-Volleyballplatz am Strand Schillig, bei Regen im Zelt beim Restaurant 8 Grad Ost.

Mit zwölf Jahren fing alles an: „Meine Eltern fanden, dass meine Körperhaltung so steif ist. Und dann hörten sie von Ringkampf.“ Schnell konnte sich Heidler dafür begeistern. „Ich war nie richtig gut. Lernte langsamer als die anderen. Aber ich war immer mit viel Freude dabei.“

Arbeit mit Flüchtlingen

Mit 18 wurde er Übungsleiter, hat Ringkampf für den Schulsport angeboten, arbeitet heute auch mit Flüchtlingen zusammen. „Die haben sich sogar dafür eingesetzt, dass wir jetzt richtige Wettkämpfe ausrichten.“ Und ganz nebenbei lernten sie deutsch.

Vor sechs Jahren, während seines Urlaubs auf dem Campingplatz in Schillig, kam ihm dann eine andere Idee: Beach-Wrestling – also Ringkampf am Strand. Und ein Jahr später stand es auch schon auf dem Programm.

Die Idee: Die Ringkampfregeln so herunterbrechen, dass die Sportart sehr schnell zu lernen ist. Uns das ganze sieht dann so aus: zwei Partner stehen sich im Sand in einem Kreis gegenüber. Derjenige hat gewonnen, der den anderen entweder zweimal zu Boden gebracht hat (egal ob mit dem Knie, mit den Händen oder dem ganzen Körper), zweimal aus dem Kreis geschoben hat – oder jeweils eines von beidem. Dann ist der Ringkampf sofort beendet. „Oder aber, wenn jemand ,Stopp‘ ruft – dann wird alles sofort beendet.“ Denn: Der Spaß soll immer im Vordergrund stehen.

Spiel und Technik

„Diese Mischung aus Spiel und Technik ist das, was mir besonders viel Freude bereitet“, sagt Claudia Erb. Sie nimmt mit der ganzen Familie am Hobby-Beach-Wrestling teil – mit Mann Volker und den Kindern Ariane und Julian. „Wir sind zufällig hier vorbeigelaufen und die Kinder wollten sofort mitmachen. Und irgendwie war dann klar, dass die ganze Familie mitmacht.“

Kein Wunder: Uwe Heidler animiert alle, die vorbeikommen und interessiert zuschauen. „Hol’ deine Eltern auch gleich dazu“, sagt er locker zu einem Jungen, der das Training beobachtet. Uwe Heidler lacht viel, kommt sofort mit allen ins Gespräch.

Und Berührungsängste baut er auch schnell ab. Denn vor den kleinen Wettkämpfen finden zunächst die Übungen statt.

Richtig hinfallen

Und dabei geht es dann nicht nur darum, zu lernen, wie und wo man sich anfassen darf oder wie man eigentlich richtig zu Boden fällt. „Es geht auch darum, sich etwas kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Hier treffen ja wildfremde Menschen aufeinander.“

Wobei: manchmal kennt sich der eine oder andere sogar schon. Denn es sind auch immer mal wieder „Stamm-Ringkämpfer“ dabei. So sehr schafft es Uwe Heidler, andere von seiner Sportart zu begeistern.


Sehen Sie ein Video unter   www.youtube.com/nwzplay 
Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever

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