Sande Immer mehr Fahrt nimmt der ECW Sande in der laufenden Saison der Eishockey-Regionalliga auf. Am Freitagabend feierte der amtierende Nordmeister beim Vizemeister Hamburger SV durch einen absolut ungefährdeten 9:1 (4:0, 3:0, 2:1)-Erfolg bereits den dritten Kantersieg in Folge. Zugleich holte sich das Team von Coach Sergey Yashin weiteres Selbstvertrauen für das nun folgende extrem schwere Spitzenspiel im heimischen „Haifischbecken“ am kommenden Samstag (19.30 Uhr) gegen Titelfavorit Harzer Falken.

„Wir haben da weitergemacht, wo wir zuvor zu Hause beim 7:1 gegen Salzgitter aufgehört haben. Das war erneut ein klasse Spiel von uns“, freute sich ECW-Kapitän Nick Hurbanek und zeigte sich zugleich von der Höhe des Sieges an der Elbe „ein bisschen überrascht“: „Schließlich ist der HSV sowas wie unser Angstgegner, gegen den wir uns bislang immer sehr schwer getan haben.“

Bewegende Botschaft

Der im Hinspiel zwischen dem ECW Sande und Hamburger SV am 26. Oktober schwer verletzte HSV-Spieler Tjalf Caesar, der seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist, hat vor dem Rückspiel über Facebook eine Nachricht an die Verantwortlichen der Spendenaktionen der Jadehaie und deren Unterstützer übermittelt:

„Vielen Dank an alle Organisatoren der tollen Benefizaktionen in und um Sande. Danke auch an alle, die an mich denken, mir Mut zusprechen und Spenden gesammelt haben. Mir geht es von Tag zu Tag ein wenig besser. Bitte denkt weiter an mich, denn das gibt mir die Kraft, möglichst schnell Fortschritte machen zu können. Ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit.“

Die dramatischen Ereignisse aus dem Hinspiel Ende Oktober, das wegen des schwer verunglückten HSV-Spielers Tjalf Caesar beim Stand von 2:1 für die Gäste abgebrochen werden musste, wurden von den Akteuren beider Teams am Freitag beim ersten Wiedersehen auf Eis bewusst nicht groß thematisiert. „Natürlich kommt dieses Thema immer wieder hoch und wird einen auch weiter begleiten. Aber beide Mannschaften haben versucht, sich möglichst routinemäßig auf das Spiel vorzubereiten.“

Was ein Großteil der Spieler beim Anbully noch nicht wusste: Caesar selbst hatte sich vor der Partie via Facebook bei den Sandern und deren Fans für die diversen Benefizaktionen zu seinen Gunsten bedankt (siehe Infobox). Dabei waren – wie berichtet – binnen sechs Wochen 10 000 Euro zusammengekommen und sind bereits an die Familie des 23-Jährigen übergeben worden, um einen Teil der teuren Folge-Behandlungen zu finanzieren. Tjalf Caesar ist seit seinem folgenschweren Sturz in die Bande im Hinspiel in Sande vom Hals abwärts gelähmt und muss beatmet werden.

In der Eishalle in Stellingen erwischten die Jadehaie im Rückspiel am Freitagabend einen Auftakt nach Maß. Bereits nach 13 Minuten führten die Gäste durch Treffer von Viktors Jasjonis (5., 13.), Ludwig Synowiec (8.) und Sergejs Piskunovs (10.) mit 4:0. „Wir haben die Vorgaben unseres Trainers gut umgesetzt, von Beginn an viel Druck nach vorn gemacht, waren laufstark und standen zudem in der Defensive kompakt“, analysierte Hurbanek zufrieden.

Auch im zweiten und dritten Drittel zwangen die ECW-Spieler die Hausherren immer wieder zu individuellen Fehlern in deren eigener Zone und schlugen Kapital daraus. So schraubten Jasjonis (28., 49), Dmytro Demianiuk (29., 47.) und Franz Bastron (34.) die Führung der Gäste auf 9:0, ehe Daniil Fursa noch der Ehrentreffer der Hamburger gelang (57.), die zudem zweimal den Pfosten trafen.

Statistik

Regionalliga Nord

Hamburger SV - ECW Sande 1:9 (0:4, 0:3, 1:2)

Tore 0:1 Viktors Jasjonis (5.), 0:2 Ludwig Synowiec (8.), 0:3 Sergejs Piskunovs (10.), 0:4 Jasjonis (13.), 0:5 Jasjonis (28.), 0:6 Dmytro Demianiuk (29.), 0:7 Franz Bastron (34.), 0:8 Demianiuk (47.), 0:9 Jasjonis (49.), 1:9 Fursa (57.).

Strafminuten 10 Hamburger SV – 6 ECW Sande.

Zuschauer 80.

Nächstes Spiel ECW Sande - Harzer Falken Braunlage (Sonnabend, 19.30 Uhr, Eishalle Weserstraße).

Mehr ließen die Jadehaie aber nicht zu. Einziger Wermutstropfen in der sehr fair geführten Partie war die Schulterverletzung von Verteidiger Kevin Schophuis, der für das Spitzenspiel gegen Braunlage auszufallen droht.

Ein dickes Sonderlob erhielt indes der vierfache Torschütze Jasjonis: „Nicht nur für seine Treffer, sondern auch weil er weite Wege gegangen ist und vor dem gegnerischen Tor immer wieder kampfstark für Unruhe gesorgt hat“, betonte Hurbanek.

Nun gilt die ganze Konzentration des ECW-Teams dem nachfolgenden Top-Spiel gegen die vor der Saison aus finanziellen Gründen freiwillig aus der Oberliga zurückgezogenen Harzer Falken. „Die sind noch ungeschlagen und das Maß der Dinge in der Regionalliga“, sagt Hurbanek: „Wir haben eigentlich nichts zu verlieren, würden uns aber natürlich gerne ein kleines vorweihnachtliches Geschenk unter den Tannenbaum legen. Mal sehen, wie es ausgeht.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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