Sande Mit gemischten Gefühlen dürften die Eishockey-Spieler des ECW Sande an diesem Freitagabend an die Elbe fahren. Schließlich gibt es dort auf der Eisbahn in Stellingen um 19.30 Uhr das erste sportliche Wiedersehen mit dem Hamburger SV knapp sieben Wochen nach dem traumatischen Hinspiel-Drama an der Jade.

„Gemischte Gefühle, die wird es wohl geben“, mutmaßt ECW-Kapitän Nick Hurbanek vor dem auch in mentaler Hinsicht schweren Gang nach Hamburg: „Momentan ist die Lage bei uns im Team zwar gut. Abzuwarten bleibt aber natürlich, was passiert, wenn es gegen den HSV erstmals wieder aufs Eis geht. Das kann man vorab schwer einschätzen.“

Rückblick: Am 26. Oktober war das Hinspiel-Duell amtierender Meister der Regionalliga Nord gegen Vizemeister beim Stand von 2:1 für die Gäste abgebrochen worden, weil sich HSV-Spieler Tjalf Caesar bei einem tragischen Sturz mit dem Kopf voran in die Bande unter anderem einen Genickbruch zugezogen hatte und noch auf dem Eis wiederbelebt werden musste.

Spieler und Verantwortliche beider Teams hatten in den ersten Wochen nach dem Unglück psychologische Hilfe bei der Rückkehr aufs Eis in Anspruch genommen. Zudem schwappte eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität mit dem schwer verletzten Caesar durch ganz Eishockey-Deutschland. Wie berichtet, ist der 23-Jährige seit dem schweren Unfall vom Hals abwärts gelähmt und muss beatmet werden.

Auch der ECW Sande hat diverse Spendenaktionen zugunsten des HSV-Spielers initiiert. Dabei war die stolze Summe von 10 000 Euro zusammengekommen. Der gesamte Erlös ist inzwischen der Familie von Tjalf Caesar zugute gekommen. Die Einnahmen sollen in erster Linie dabei helfen, die teuren Behandlungen zu finanzieren.

Zum Sportlichen: Da hat sich das Team von ECW-Coach Sergey Yashin sich mit zwei hohen Heimsiegen in Folge gegen die Harsefeld Tigers (14:1) und Salzgitter Icefighters (7:1) viel Selbstvertrauen für die letzten beiden schweren Spiele dieses Jahres gegen den Hamburger SV und eine Woche drauf zu Hause gegen Titelfavorit Braunlage (21. Dezember) geholt. Indes war der ersatzgeschwächte HSV im Gipfeltreffen beim Oberliga-Absteiger Harzer Falken absolut chancenlos und lag bei der deftigen 1:9-Auswärtspleite schon nach 13 Minuten mit 0:5 in Rückstand.

„Das heißt aber nichts für unser Spiel in Hamburg“, warnt Hurbanek: „Braunlage ist in dieser Liga in dieser Saison das Maß der Dinge. Und wir haben uns gegen den HSV bislang immer schwer getan. Die spielen schon lange mit einem kleinen Kader, sind aber alle gut im Saft.“

Erschwerend hinzu kommen auf ECW-Seite die Ausfälle von Pierre Rene Runge, Vitali Janke (beide Knieprobleme) sowie Marcel Struck und Christian Synowiec (beide erkrankt) sowie die Umgewöhnung auf die im Vergleich zur eigenen Eishalle in Sande größere Spielfläche. Zudem werden bei den Jadehaien diesmal nur fünf statt sechs kontingentpflichtige Akteure eingesetzt werden können. Grund ist das Fehlen einiger U-23-Spieler und die vor der Saison modifizierte Ausländerregelung.

„Wir werden natürlich versuchen, da weiterzumachen, wo wir zuletzt gegen Harsefeld und Salzgitter aufgehört haben“, betont Hurbanek: „Es gilt, von Beginn an Tempo zu machen und viele Wege zu gehen – dann können wir jeden Gegner in dieser Liga schlagen.“ Auch das Forechecking sei zuletzt schon gut gewesen: „Aber es geht halt noch intensiver und vor allem konstanter“, sieht der ECW-Kapitän weiteres Steigerungspotenzial bei den Jadehaien.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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