Zetel Die Kreisliga-Kicker von RW Sande haben sich zum ersten Mal die Krone im friesländischen Hallenfußball aufgesetzt. Am Sonntagabend besiegten die Rot-Weißen im Finale der offiziellen Meisterschaften des NFV-Kreises Friesland, die zum 17. Mal als Hauptturnier beim traditionellen Klinker-Cup des FC Zetel ausgetragen wurden, den Bezirksligisten BV Bockhorn verdient mit 3:0.

Schulter ausgekugelt

„Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins im Kreis sind wir!“, schallte es bei der Siegerehrung aus den Kehlen der Rot-Weißen durch die Zeteler Großraumsporthalle. Eine Hand am Siegerpokal hatte dabei ausgerechnet Torhüter Peter Weiß, der sich in der Vorrunde bei einer Parade die Schulter ausgekugelt hatte und nach 40-minütiger Unterbrechung ins Krankenhaus gefahren worden war. Nach der dortigen Erstversorgung wollte es sich der Keeper, trotz Schmerzen und einer dicken Schulterbandage, aber nicht nehmen lassen, seine Teamkameraden im Finale von der Seitenlinie aus anzufeuern.

Dabei bekamen die zahlreichen Zuschauer ein ausgeglichenes Endspiel mit Chancen auf beiden Seiten zu sehen, ehe Sandes Dennis Rehbein sowie Hilat Undav mit seinen Turniertreffern sechs und sieben gegen seinen Ex-Club alles klar machten.

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Außergewöhnlicher Erfolg

„Das war schon außergewöhnlich und ein guter Anfang für 2017“, freute sich Coach Lars Poedtke vom Kreisliga-Spitzenreiter diebisch über den Premieren-Turniererfolg einer Sander Mannschaft beim Klinker-Cup. Derweil konnte BVB-Trainer Simon Theilmann die Finalniederlage verschmerzen: „Wir sind schon sehr zufrieden damit, es gegen den HFC überhaupt ins Endspiel geschafft zu haben.“

Dabei hatten die Sander das Glück des Tüchtigen, dass sie überhaupt den Einzug ins Endspiel perfekt machen konnten. Grund: In ihrem alles entscheidenden letzten Vorrundenspiel der Gruppe B hatten sie im Derby gegen SV Gödens bereits mit 0:2 zurückgelegen, ehe sie noch für eine dramatische Wende sorgten. Zwar verloren sie nach dem 1:2-Anschlusstreffer Justin Ulpts, der wegen Meckerns und Schiedsrichterbeleidigung die einzige Rote Karte des ansonsten sehr fairen Turniers sah. Doch markierte Hilat Undav in Unterzahl eine Minute vor Schluss das 2:2.

Eine Niederlage hätte für die Sander das vorzeitige Aus bedeutet – die Gödenser benötigten zum Weiterkommen unbedingt einen Sieg. Deren letzte Chance vereitelte aber der für den mit einer Zeitstrafe belegten RW-Ersatzkeeper kurzerhand zwischen die Pfosten gewechselte Feldspieler Henning Trumpp. Er entschärfte in der Schlussminute reaktionsschnell einen Neunmeter.

Souveräner waren die beiden großen Favoriten auf den Turniersieg, Titelverteidiger und Bezirksliga-Spitzenreiter Heidmühler FC sowie Ligarivale TuS Obenstrohe, ins Halbfinale eingezogen. Der HFC, der in seinem letzten Gruppenspiel beim 10:1-Sieg mit dem TuS Varel Katz und Maus gespielt hatte, war auch gegen den abstiegsgefährdeten Bezirksligisten BV Bockhorn in der Favoritenrolle.

Doch die Elf von Trainer Hans-Jürgen Immerthal agierte vor dem Tor des BVB, der zwei, drei gefährliche Konter setzte, zu verspielt und ging im Abschluss diesmal leer aus. Als alle schon mit einer Entscheidung im Neunmeterschießen rechneten, zog Bockhorns Kevin Weidner kurz hinter der Mittellinie ab und traf in der Schlusssekunde zielgenau flach zum heftig umjubelten Siegtreffer.

Viel zu verspielt

„Wir haben das Halbfinale verschlunzt“, ärgerte sich HFC-Trainer Immerthal über die zu laxe Einstellung seiner Mannen dicht vor dem gegnerischen Tor: „Sie haben bei gefühlt 90 Prozent Ballbesitz ihre vielen Chancen nicht vernünftig zu Ende gespielt.“ Dennoch stellten die Heidmühler in Jascha Meine (10 Treffer) den besten Torschützen des Turniers.

Die nächste Überraschung gab es im zweiten Halbfinale, in dem sich der TuS Obenstrohe trotz zweimaliger Führung Sande mit 2:3 geschlagen geben musste. Den Siegtreffer der Rot-Weißen hatte 15 Sekunden vor dem Abpfiff Trumpp erzielt und war erneut zum Matchwinner avanciert. „Wir hatten uns durchaus schon ausgemalt, noch einmal auf den HFC zu treffen – allerdings nicht im kleinen Finale“, trauerte TuS-Trainer Rainer Kocks einigen ausgelassenen Torchancen hinterher. Immerhin ergatterte Obenstrohe durch ein 2:0 im Neunmeterschießen gegen Heidmühle noch Rang drei.


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Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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