Obenstrohe Die Handballer der SG Obenstrohe/Dangastermoor haben in ihrem „heimischen Wohnzimmer“ an der Plaggenkrugstraße bereits die zweite Niederlage in Folge kassiert. Doppelt bitter aus Sicht der Gastgeber: Diesmal zog das Team um Spielertrainer Fred Richter und Co-Trainer Björn Hartmann im prestigeträchtigen Derby gegen die HSG Neuenburg/Bockhorn den Kürzeren.

Während sich die stark ersatzgeschwächten Gäste aus der Wehde nicht nur diebisch über den 31:28 (14:14)-Sieg beim alten Rivalen freuen durften, sondern zugleich die Tabellenspitze verteidigten, rutschte der Aufsteiger aus Varel auf den drittletzten Tabellenplatz ab.

Zuvor waren die rund 130 Zuschauer auf eine harte Probe gestellt worden. So war das Nachbarschaftsduell zwar sehr umkämpft und spannend, doch bot es alles andere als Handball-Feinkost. Vielmehr war die Partie trotz insgesamt knapp 60 Treffern vor allem von vielen Fehlwürfen auf beiden Seiten geprägt. Das lag einerseits an den gut aufgelegten Torhütern Tim Hattensauer, Darius Onken (beide SG) und Lars Buschmann (HSG), andererseits allerdings auch an der oft schwachen Wurfauswahl der Angreifer.

Statistik

Landesklasse

SG Obenstrohe/Dangastermoor - HSG Neuenburg/Bockhorn 28:31 (14:14)

SG Obenstrohe/Dangastermoor Hattensauer, Onken – Reuter 2, Helmke, Grimm 4, Riederer 7, Gerdes, Carstens 1, Richter 1, Janssen, Schmidt 9/1, Redeker 1, Hoffmann 3/1.

HSG Neuenburg/Bockhorn Buschmann – Reuter 9, Boer, Guenster 8, Thunemann 1, Bohlken 6, Carstens 5/2, Wuttke, Bredehorn 1, Ahrens 1.

Vor der Pause konnte sich kein Team über 6:6 (10. Minute), 10:8 (19.) und 11:11 (22.) richtig absetzen. Symptomatisch für die durchwachsene Trefferquote waren in der 24. Minute gleich zwei Pfostentreffer der Hausherren unmittelbar hintereinander trotz absolut freier Wurfbahn.

Nach dem Seitenwechsel erwischten zunächst die Neuenburger, bei denen Simon Carstens von der SG konsequent mit einer Manndeckung bedacht wurde, den besseren Start (16:18/34.), ehe die Vareler beim Stand von 23:21 (42.) ihrerseits mit zwei Treffern in Front lagen. Begleitet von einem lautstarken Wutausbruch von HSG-Coach Bernd Frosch, der von seinen Mannen wieder mehr Gegenwehr und Konzentration einforderte.

Die große Chance, erstmals auf drei Tore davonzuziehen, ließen bei den Hausherren dann Carsten Grimm (gehaltener Siebenmeter) und kurz darauf Christian Schmidt ungenutzt, der bei einem Tempogegenstoß unbedrängt vor HSG-Keeper Buschmann abhob, den Ball aber nur an den Pfosten krachen ließ.

Bis zum 26:26 (52.) vermochte keine der beiden Mannschaften, mit mehr als einem Treffer in Führung zu gehen. Zwei auf Vareler Seite verworfene Siebenmeter später führten die Neuenburger dann mit 28:26 (55.), obwohl sie in dieser Phase knapp vier Minuten in doppelter Unterzahl zu überstehen hatten.

Dass die Vareler aus der numerischen Überlegenheit kein Kapital schlugen, sollte sich rächen. Und als sich in der hitzigen Schlussphase auch noch die Abspielfehler auf SG-Seite häuften, sorgten die Gäste mit der 30:27-Führung (58.) dann für die Vorentscheidung.

HSG-Trainer Frosch zeigte sich nach Schlusspfiff auch mit Blick auf die kurzfristigen Ausfälle „hochzufrieden – zumal sich die Voraussetzungen bei uns vor dem Spiel beinahe stundenweise verschlechtert hatten“. HSG-Sprecher Florian Prill bilanzierte: „Dieser dreckige Sieg passte irgendwie zum Spiel, das in der Tat nicht schön anzusehen war.“

Derweil trauerte SG-Spielertrainer Fred Richter vor allem den vielen vergebenen Chancen der Vareler im Angriff hinterher: „Sehr ärgerlich! Wir haben dieses Spiel auf Augenhöhe vorne verloren. Genickbruch waren am Ende die fünf verworfenen Siebenmeter.“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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