Neuenburg Ohne Helm läuft hier nichts – oder besser: rollt hier niemand. Da haben Ute Hilbers und ihre Mitstreiter aus der Skate-Abteilung des TV Neuenburg immer einen Blick drauf. „Zuerst wird der Helm aufgesetzt, danach kommen die Skates“, sagt die Trainerin. Sicherheit geht eben vor.

Seit etwas mehr als 13 Jahren gehört der Sport auf Rollen zum Programm des Sportvereins. Spätestens seit sich die Abteilung vor zehn Jahren beim Schauturnen vorstellte, ist sie stets gewachsen und hat heute mehr als 80 Mitglieder.

Die Skater profitieren da auch etwas von einem Alleinstellungsmerkmal: Erstens sind Skate-Abteilungen an sich in Vereinen eher selten anzutreffen. Zweitens ist es noch erheblich seltener, dass diese Vereine auch in ihrer Sporthalle fahren dürfen. Normalerweise ist im Winter nämlich erstmal Schluss mit Rollsport. Anders ist es in Neuenburg: Hier dürfen auch die Skater nach drinnen und können unabhängig vom Wetter ihre Runden drehen.

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Der Grund, weshalb Skater sonst nicht in die Halle sollen, ist der gleiche, weshalb man keine dunklen Schuhsohlen in der Sporthalle tragen soll: Die Rollen machen Streifen auf den Boden – angeblich. „Wir können diese ganze Diskussion nicht nachvollziehen“, sagt Ute Hilbers. Der Boden in der Halle an der Urwaldkampfbahn, in der die Anfänger ihre ersten Rollschuhschritte machen, sieht nämlich genauso aus wie der anderer Hallen, die noch nie einen Rollschuh gesehen haben. Damit das so bleibt, werden die Gelenkschoner abgeklebt und die Bremsklötze der Skates abgeschraubt. Zum Bremsen auf Rollen gibt es schließlich deutlich bessere Methoden.

Aber zurück zum Sport an sich: Was kann man da eigentlich machen, außer im Kreis zu fahren? Und ist das nicht gefährlich? Und teuer?

Was man damit anfängt, wenn man erstmal sicher auf den Rollen steht „hängt davon ab, was man machen will“, sagt Ute Hilbers. Langstrecken fahren, schnelles Fahren, Tricks machen, über Hürden und Rampen springen, Rollkunstlauf oder Hockey sind möglich. „Man kann auch Handball oder Fußball spielen“, sagt Ute Hilbers. Möglichkeiten gibt es viele – wenn auch nicht alle beim TVN. „Downhill-Fahren“ scheitert schließlich schon am norddeutschen Flachland.

Hier kann man mitfahren

Einsteiger trainieren immer donnerstags in der Sporthalle an der Urwaldkampfbahn, Urwaldstraße 37. Von 15.30 bis 16.30 Uhr findet dort die Skateschule der Stufe I (Kinder von 5 bis 7 Jahre) statt, von 16.30 bis 17.30 Uhr Stufe II (8 bis 10 Jahre) und von 17.30 bis 18.30 Uhr Stufe III (11 bis 13 Jahre).

Fortgeschrittene Skater ab 14 Jahren treffen sich immer freitags zum Speed- und Freizeitskating in der Sporthalle an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Neuenburg, Astede 10, von 19 bis 20 Uhr.

Die Skate-Trainerin Ute Hilbers ist telefonisch unter 04453/6323 zu erreichen.

„Man kann ohne große Hilfsmittel schon eine ganze Menge anbieten“, erklärt Übungsleiter Benjamin Reinholz. 2016 habe man versucht eine eigene Hockey-Gruppe aufzubauen, „aber die haben wir leider nicht auf die Beine gekriegt.“ Fühlt man sich in einer Disziplin besonders wohl, kann man dafür auch spezielle Schuhe kaufen.

Wer mit dem Sport neu anfängt, wird sicherlich das eine oder andere Mal stürzen. Sowas wie „richtiges Fallen“ gebe es aber nicht, sagt Ute Hilbers. „Am besten stürzt man natürlich gar nicht, aber wer fällt, der fällt.“ Im Zweifel schützen Helm und Schoner.

Klassische Fehler die Anfänger und Freizeitskater machen: „Die Leute stehen oft zu steif und zu gerade“, sagt Ute Hilbers. Außerdem haben sie die Füße oft nebeneinander, obwohl man sie besser leicht versetzt halten sollte. Der Körperschwerpunkt sollte etwas weiter nach unten gebracht werden. Wer unsicher auf den Rollen ist, kann sich auch erst einmal mit „Pinguin-Schritten“ fortbewegen und so ein Gefühl für die Rollschuhe bekommen.

Irgendwann kann man dann fahren – nur das Anhalten fällt schwer. Natürlich wird auch das geprobt, damit außerhalb der Halle nicht die Laternenumarmung als Anker herhalten muss. Notfalls wird mit den Knien gebremst, dafür sind die Knieschoner schließlich da.

Bei den Schonern gilt: Besser die nehmen, in die man mit Arm oder Bein hineinschlüpfen muss. Die halten besser. Sicherer Halt ist auch das A und O beim Kauf der Skate-Schuhe: Sie sollten gut sitzen und stabil sein. Modische Skates werden dem selten gerecht, die klassische, harte Kunststoffschale erfüllt diesen Zweck dagegen in der Regel gut. Zu teuer muss das Zubehör nicht sein: „Man muss nur wissen wann man kauft“, sagt Benjamin Reinholz. Im Winter ist es nämlich deutlich billiger. Wie im normalen Schuhladen auch, sollte man seine neuen Skates vorher aber anprobieren und Probefahren, rät der Übungsleiter.

Und natürlich der Helm: „Ein richtiger Fahrradhelm ohne Schirm reicht“, sagt Ute Hilbers. Die Skate-Helme säßen gerade bei Kindern meist schlecht. Mit der richtigen Ausstattung sollte der ersten Tour auf Rollen dann nichts mehr im Wege stehen.


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Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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