Flensburg /Varel Nur haarscharf sind die Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden am Sonntag an einer faustdicken Punktedoppelpack-Überraschung vorbeigeschrammt. Im Duell beim heimstarken Nachwuchs des Bundesliga-Spitzenteams SG Flensburg-Handewitt stoppte die seit Wochen ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Andrzej Staszewski aber immerhin die Serie von sechs Niederlagen in Folge und erkämpfte sich beim 26:26 (11:14) einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.

Dennoch blieb ein leicht fader Beigeschmack: Schließlich hatten die Vareler die Flensburger Youngster an den Rand der ersten Saisonniederlage vor heimischer Kulisse gebracht. Den letzten Treffer in der altehrwürdigen Wikinghalle erzielte Per Oke Kohnagel erst drei Sekunden vor dem Abpfiff. Sein Wurf aus dem Rückraum war an die Unterkante der Latte des Vareler Gehäuses gekracht, und sprang von dort aus auf den Boden. Dass der Ball dabei mit vollem Umfang die Torlinie überschritten haben soll, war aus Vareler Sicht umstritten. Die Unparteiischen gaben jedoch den Aussgleich zum 26:26 – für einen Wurfversuch der Gäste reichte danach die Zeit nicht mehr.

„Die Jungs sind glücklich über diesen Punktgewinn, aber natürlich auch sehr kaputt, denn den Flensburgern stand anders als uns eine breit besetzte Bank zur Verfügung“, bilanzierte Varels Trainer Andrzej Staszewski: „Man muss trotz einiger strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen mit dem Remis zufrieden sein“, fügte er hinzu und zollte seiner Mannschaft ein großes Lob: „Die Jungs haben sich wunderbar verkauft.“

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Die Gäste mussten zwar erneut auf Abwehrchef Helge Janßen (Achillessehnenreizung) und Tom Wiedenmann (Atmungsprobleme) verzichten. Doch stand Torwart Björn Bröckerhoff, der am Freitag noch von einem Spezialisten wegen seiner anhaltenden Herz-Rhythmus-Störungen eingehend untersucht worden war, von Beginn an zur Verfügung. Er spielte sogar durch und war mit 15 Paraden (darunter ein Siebenmeter) ein starker Rückhalt.

Zudem stellte sich Max Wiedenmann (Zehenbruch) nach dem Seitenwechsel in den Dienst der Mannschaft und gab nach zwei Spielen Zwangspause sein Comeback, um seinen Vertreter Kevin Straten (3), der seine Sache wieder sehr gut machte, kurze Verschnaufpausen zu geben.

In den ersten 30 Minuten hatten die Gäste im Angriff durchaus noch ihre Probleme mit der – wie erwartet – äußert offensiv und aggressiv zu Werke gehenden 3+3-Abwehr der Flensburger. Ballverluste und Fehlwürfe führten zu diversen Gegentreffern nach Tempogegenstößen, und so liefen die Friesen über Zwischenstände von 2:4 (12. Minute), 4:7 (18.) und 8:11 (25.) immer einem Rückstand von zwei, drei Treffern hinterher.

Den besseren Start nach der Pause erwischten indes die Vareler (15:15/39.), die fortan im Angriff deutlich konzentrierter agierten – allen voran Oliver Staszewski, der mit zehn Toren und einer Trefferquote von mehr als 70 Prozent aus dem Rückraum einmal mehr zum erfolgreichsten Werfer avancierte.

Zudem hielt Routinier Martins Libergs die Abwehr gegen die jungen und handballtechnisch bestens ausgebildeten Flensburger im Lauf der Partie immer besser zusammen. Zugleich setzte er zwischenzeitlich wichtige Akzente im Angriff. „Auch er hat sich daher ein Sonderlob verdient“, betonte Andrzej Staszewski.

Nach dem 16:19 (43.) kämpften sich die Vareler erneut zurück und gingen durch Libergs erstmals in Führung (23:22/53.). Die letzten drei Treffer für die Friesen erzielte Oliver Staszewski – doch nach dem 26:25 (59.) und jeweils einer Auszeit beider Teams schlugen die Gäste noch einmal zurück. „Dennoch überwiegt die Freude über einen Punkt, mit dem vorher wohl keiner gerechnet hat“, betonte Coach Staszewski.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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