Jever Happy End für Ernas Küken: die drei jungen Warzenenten haben jetzt ihr neues Domizil mit Schlossblick bezogen. Sie wohnen ab sofort im Schlosspark mitten in Jever. „Die drei haben sich am Dienstag so gefreut, wenn man das so sagen kann: sie sind getaucht, geschwommen und übers Wasser geflogen. So haben wir uns das vorgestellt“, freut sich Michaela „Michi“ Frerichs vom Team Graftenreinigung.

Sie hatte die drei Kleinen gut vier Monate in Obhut (siehe Infobox). In dieser Woche hat sie sie nun gemeinsam mit weiteren Helfern im Schlosspark in die Freiheit entlassen. Grund für die Ansiedlung im Schlosspark sind die rabiaten und sehr revier-eifersüchtigen Nilgänse, die auch weiterhin an der Duhms- und Pferdegraft unterwegs sind. „Die Nilgänse zeigen nun auch noch Balzverhalten“, sagt Michi Frerichs. Die Gefahr, dass sie die jungen Enten in dieser Zeit als „Eindringlinge“ angehen könnten, sei noch groß.

Dass die jungen Warzenenten nun im Schlosspark aufgenommen wurden, ist eine absolute Ausnahme, betont sie. „Es ist natürlich nicht der Regelfall, dass im Schlosspark laufend Tiere aufgenommen werden. In Absprache mit dem Schlossmuseum Jever mit Museumsleiterin Dr. Antje Sander und Gärtner Thomas Werner konnten wir diese Lösung aber umsetzen“, sagt sie.

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Die drei Enten beäugen neugierig das Wasser – erst trauen sie sich nicht, aber dann schwimmen sie fröhlich ihre Runde. „Sie werden uns natürlich fehlen, aber wir hatten von Anfang an das Ziel, dass sie in Freiheit leben sollen. Wir haben nur die Starthilfe gegeben“, sagt Michi Frerichs.

Und die ist nun offenbar gelungen, denn für die kleinen Enten sah es nicht immer rosig aus. Wie berichtet, gab es anfangs vier Küken. Es war die zweite Brut von Mutter Erna, nachdem die ersten sechs Entenküken vom Juni nur wenige Tage an der Graft überlebt hatten. Sie fielen gefräßigen Räubern zum Opfer.

Sechs Wochen Mutter-Kind-Kur im Garten der Frerichs, die für die Enten extra einen Stall, ein Gehege und einen Pool bauten, sollten die Kleinen fit für die Natur machen. „Diese Enten haben immer ein Lächeln im Gesicht und wir haben viel über das Tier ,Ente‘ gelernt“, sagt Michi Frerichs.

Der erste Auswilderungsversuch an der Pferdegraft war aber nur von kurzer Dauer. Denn Nilgänse kehrten nur wenige Tage nach der Auswilderung Anfang Oktober an die Graft zurück. Kurz darauf fand Michi Frerichs eines der Küken tot auf. Vermutlich hatte eine Nilgans der jungen Warzenenten-Familie das Revier in der Pferdegraft streitig gemacht und das Küken getötet.

Daraufhin fingen Michi Frerichs und ihre Helfer die drei Küken wieder ein. Mutter Erna blieb an der Graft bei ihrem Emil – der Erpel, auf den sie zu Jahresbeginn getroffen war und der mit für den reichen Enten-Nachwuchs sorgte. „Die Küken waren inzwischen kräftig genug und konnten ohne ihre Mutter auskommen. Außerdem wollten wir ihr das erneute Einfangen und den Transport ersparen“, sagt Michi Frerichs. Zwischen den Nilgänsen und dem Warzenentenpaar gibt es offenbar keine Probleme. Erna und Emil leben immer noch auf der Graft.

Die jungen Enten und das Entenpaar bekommen auch künftig viel Besuch: vom Team Graftenreinigung, aber auch von vielen Jeveranern, die die Enten ins Herz geschlossen haben und ihren Lebensweg auf Frerichs’ Facebook-Seite verfolgen. „Wir hoffen, dass die drei Hübschen sich gut benehmen“, schreibt Michi Frerichs.

Die Chronologie

Die vier Entenküken von Warzenente Erna schlüpften am 28. August. Erna lebt seit einigen Jahren in Duhms- und Pferdegraft.

Im Februar hatte sie in Erpel „Emil“ ihre große Liebe gefunden – und das blieb nicht ohne Folgen. Ihre ersten sechs Küken hat sie im Juni ausgebrütet, doch sie waren von gefräßigen Räubern verschlungen worden. Kein einziges überlebte.

Das sollte nicht noch einmal geschehen und deswegen kümmerten sich Michaela Frerichs und ihr Mann Torsten um Erna und ihre Küken. Sie nahmen sie zu sich, bauten ihnen Stall und Gehege mit Pool und später sogar einen Teich im eigenen Garten.

Auf ihrer Facebook-Seite lässt Michi Frerichs vom Team Graftenreinigung die Jeveraner am Leben der Enten-Familie teilhaben – die eroberte die Herzen der Menschen im Flug.

Anfang Oktober gab es einen ersten Auswilderungsversuch. Zunächst sah es gut aus, Erna und ihre Küken schienen von den anderen Graftenbewohnern akzeptiert zu werden.

Dann der Schock: Mitte Oktober wird, nur kurz nach der Auswilderung, eines der vier Küken tot entdeckt. Im Verdacht: die Nilgänse, die sich erst wenige Tage zuvor wieder an der Graft niedergelassen hatten. Sie gelten als rabiat und sehr revier-eifersüchtig.

Die drei Küken werden von Michi Frerichs und Helfern wieder eingefangen und in Sicherheit gebracht. Inzwischen sind sie ordentlich gewachsen und konnten ohne ihre Mutter auskommen. Erna bleibt bei ihrem Emil an der Graft.

In dieser Woche nun die Lösung: Ernas drei Küken dürfen im Schlosspark leben. Dort wurden sie am Dienstag in die Freiheit entlassen und haben sofort den Schlossgraben ausprobiert.

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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