Der 34:33 (20:16)-Überraschungscoup der Drittliga-Handballer der SG VTB/Altjührden am Samstagabend vor 600 Zuschauern gegen den HSV Hamburg hat auch an der Elbe hohe Wellen geschlagen. So erschien die „Bild Hamburg“ am Montag im Sportteil unter dem Schriftzug „Pleite auf dem Dorf“ mit der Titelzeile: „Häusler hakt den Aufstieg ab“. Ausgerechnet eine Woche vor dem Drittliga-Weltrekordspiel am zweiten Weihnachtstag gegen den DHK Flensborg, zu dem 8000 Zuschauer in der Barclaycard-Arena erwartet werden, hatte die Mannschaft von SG-Coach Andrzej Staszewski die klar favorisierten Hamburger wohl schon entscheidend aus dem Titelrennen geworfen – die NWZ  berichtete. „Das war ein derber Rückschlag für uns – das Thema Aufstieg können wir nach dieser Niederlage zu den Akten legen“, hatte HSV-Coach Jens Häusler schon bei der Pressekonferenz direkt nach dem Spiel keinen Hehl aus der Tragweite der Auswärtspleite gemacht. Gegenüber „Bild“ sagte er mit Blick auf den nun sechs Punkte betragenden Rückstand auf Spitzenreiter Henstedt-Ulzburg: „Man darf nie aufgeben. Aber die kühnsten Gedanken an einen Durchmarsch müssen wir jetzt begraben.“ Nächste Saison solle der Aufstieg offensiver angegangen werden: „Wir sind als Aufsteiger weiterhin noch Dritter. Ich will nichts schlechtreden. Aber es ist bitter, weil wir es selbst verbockt haben.“

Auf der Tribüne der Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden hatten während der umkämpften Partie in Niels Bötel (nun Trainer beim Oberligisten VfL Edewecht) und Till Schinnerer auch zwei Vareler Ex-Spieler kräftig mit ihren ehemaligen Teamkameraden mitgefiebert. „Das hat schon mächtig in den Fingern gejuckt und war richtig spannend“, sagte Schinnerer, der die Vareler am Ende der vergangenen Saison in Richtung des Oberligisten TSG Hatten-Sandkrug verlassen hatte. Aufgrund der großen Verletzungsmisere hatten die Verantwortlichen der SG VTB/Altjührden vor Kurzem sogar wieder ihre Fühler nach dem abwehrstarken Kreisläufer ausgestreckt. Doch Schinnerer schob einem möglichen SG-Comeback nach der Winterpause mit Verweis auf seine feste Zusage bei der TSG den Riegel vor. Zumal sich die Sandkruger angesichts ihrer sportlichen Talfahrt (5:17 Punkte, Tabellenvorletzter) Anfang Dezember erst von Trainer Frank Huchzermeier getrennt haben und in Hauke Rickels ein alter Weggefährte von Schinnerer die Nachfolge angetreten hat.

Unterdessen hat Ngadhnjim „Gaddi“ Xhafolli eine neue sportliche Heimat gefunden. Der Rechtsaußen war in der vergangenen Saison noch – mit verletzungsbedingten Unterbrechungen – für die HSG Varel-Friesland in der Dritten Liga aufgelaufen, ehe er wegen eines Auslandspraktikums in Luxemburg aus Anlass seines BWL-Master-Studiums den Altjührdenern den Rücken kehrte. Nach seiner Rückkehr nach Norddeutschland schloss sich der Linkshänder Anfang Dezember nun dem Oberliga-Team des TV Cloppenburg an. Wie Youngster und Cousin Etrit Xhafolli von der SG VTB/Altjührden gehört auch Gaddi Xhafolli zum Kader der Nationalmannschaft des Kosovo. Sein jüngerer Bruder Albin Xhafolli spielt beim VfL Gummersbach und läuft zudem für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft auf.

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