Jever „Das gewisse Talent haben schon alle“, meint Andreas Barre, Kreisauswahltrainer Frieslands. Seit zwei Jahren betreut er gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Axel Dethlof die Kreisauswahl Frieslands, doch schon im Sommer endet die Zusammenarbeit mit den E-Jugendlichen. Denn mit dem Eintritt in das D-Jugendalter erfolgt der Wechsel für den Nachwuchs zum DFB-Stützpunkt nach Jever – allerdings nicht für jeden.

„In den zwei Jahren haben alle einen Schritt nach vorn gemacht“, ist Axel Dethlof stolz und scherzt, „alle sind gewachsen, besonders in ihrer körperlichen Größe.“ Auf vielen Turnieren bewiesen die jungen Kicker ihr Können und spielten stets oben mit.

Die Trainingsinhalte der Auswahlmannschaft umfassten viele Technikeinheiten. „Inzwischen können fast alle Spieler beidseitig schießen“, berichtet Dethlof. Wichtig sei für ihn, dass die Spieler auf jeder Position neben jedem Mitspieler agieren können. „In diesem Alter darf sich noch keiner auf irgendetwas festlegen“, mahnt er und findet: „In der Bundesliga kann man auch nicht sagen, ich kann nur als linker Außenverteidiger spielen.“

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Überblick verschaffen

Ab Sommer suchen sich die beiden Trainer neue Schützlinge, die sie auf dem „Sparkassen-Cup“ sichten. Ihre derzeitige Mannschaft, der 2003er-Jahrgang, kommt in das D-Jugendalter, und damit bricht für die Spieler die Zeit des DFB-Stützpunktes in Jever an. Dort leiten Janis Deeken und Tammo Neubauer das Training der talentierten D-Jungen aus Friesland, Wittmund und Wilhelmshaven.

Zu diesem Zweck fand in den Osterferien auf dem Sportplatz an der Jahnstraße ein Kreisauswahlturnier der drei Mannschaften statt. „Wir wollen uns erst einmal einen Überblick verschaffen“, erklärt Tammo Neubauer. Entschieden sei noch nichts. Zur abschließenden Sichtung dient der Sparkassen-Cup, damit auch Spieler eine Chance erhalten, die derzeit nicht einem Auswahlkader angehören. „In diesem Alter machen die Jungs eine enorme Entwicklung“, meint Neubauer. Von daher sei es also gut möglich, dass sich jemand in den Stützpunktkader drängt, der vorher noch nicht in einer Auswahl gespielt hat.

In den kommenden zwei Jahren trainieren Neubauer und Deeken (beide erst Anfang 20) vordergründig den Bereich Technik und Individualtaktik. Ein weiterer Trainer schult die Spieler individuell bei Schwächen und Stärken. „Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Spieler technisch so zu schulen, dass sie in Drucksituationen intuitiv richtig handeln“, erklärt Neubauer. Trotzdem stehe der Umgang mit den Kindern im Vordergrund, da die Spieler durch Emotionen mitgenommen werden müssten.

Neubauer und Deeken sind B-Lizenz-Inhaber. So fordert es der DFB, wenn man Trainer eines Stützpunktes sein will. Dass in den beiden Übungsleitern zwei junge Menschen solch eine Arbeit übernehmen, ist gerade für die Nachwuchskicker sehr schön.

Jene Spieler müssen sich dennoch erst empfehlen und in den Kreis des Stützpunktkaders spielen. Neben dem „Sparkassen-Cup“ diente das Kreisauswahlturnier einer ersten Sichtungsmöglichkeit. In diesem Wissen standen auch die Spieler auf dem Platz, ließen sich dennoch nicht von ihrem Spielwitz abbringen und spielten auf dem Kleinfeld im Spiel fünf gegen fünf die Bälle munter hin und her.

„Man muss ruhig bleiben“

„Trotz der Aufregung muss man ruhig bleiben“, erzählt Torwart Luca Bruns von der SG Sande/Gödens und wirkt dabei schon wie ein ganz Großer. Für ihn sei der Sprung zum DFB-Stützpunkt ein wichtiger Schritt, „auch wenn damit die Kreisauswahlzeit endet“. Die neugefundenen Freundschaften aus seinem Team will er weiter pflegen.

Auch Anthony Kidwell gibt seine Anspannung zu, betont aber, dass alle gern zum Stützpunkt wollen. „Es ist wichtig, dass wir trotz allem mit der Mannschaft spielen und keine Alleingänge machen“, malt sich der junge Spieler des Heidmühler FC die Kriterien der Stützpunktsichter aus. Einer seiner Mitspieler sieht das anders: „Man muss doch zeigen, was man kann!“

Während es draußen stürmt und die Sonne sich mit Regenschauern abwechselt, entsteht in der Kabine schnell ein Schlagabtausch der Argumente. Bevor alle wieder auf den Platz müssen, sind sich die jungen Fußballer in zwei Punkten wieder einig: Profi-Fußballer in der Bundesliga will so ziemlich jeder werden und die zwei Jahre der Kreisauswahl haben alle technisch nach vorne gebracht.

Dem großen Traum möchte auch Philipp Nykamp näherkommen. Deshalb wechselt der E-Jugendliche im Sommer vom TuS Büppel zum VfL Oldenburg. „Der VfL-Trainer hat auf einem Turnier meinen Trainer angesprochen, und dann ging alles ganz schnell“, freut er sich auf seinen neuen Verein, auch mit leichter Wehmut: „Die Jungs von hier werden mir schon fehlen.“ Die Nummern seien aber schon ausgetauscht, und man stehe untereinander regelmäßig in Kontakt.

Auch trotz des großen Ziels zeigen diese Töne, dass es im Sport nicht immer nur um den Sieg geht, sondern auch um Freundschaften – zumindest neben dem Platz.

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