Altjührden Die Stimmung am Samstagabend war schon wieder drittligareif – auch wenn in der durch frischen Farbanstrich auf den Tribünen und eine nigelnagelneue Videoleinwand optisch deutlich aufgewerteten Manfred-Schmidt-Sporthalle längst noch nicht alles Gold war, was bei der SG VTB/Altjührden glänzte. Dennoch: An der Überlegenheit der nach dem Abstieg runderneuerten Mannschaft im Oberliga-Derby gegen den TV Cloppenburg gab es nichts zu rütteln. Der 25:20 (12:10)- Heimsieg der Mannschaft um SG-Spielertrainer Ivo Warnecke vor 475 Zuschauern hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können, hätten sich die Vareler in der zerfahrenen Schlussphase im Gefühl des sicheren Sieges nicht noch diverse Flüchtigkeitsfehler geleistet.

Stimmen zur Heimpremiere

Ralf Koring (SG-Co-Trainer): Zwei Spiele, zwei Siege, alles gut. In der Abwehr hatte das auch diesmal Hand und Fuß, zumal wir das gefährliche Spiel der Cloppenburger über den Kreis meist unterbinden konnten. Im Angriff haben wir allerdings noch viel Luft nach oben.

Levin Stasch (SG-Torwart): Natürlich bin ich sehr zufrieden – mit meiner Leistung, aber vor allem mit dem Derbysieg. In der zweiten Halbzeit haben die Jungs in der ohnehin guten Abwehr noch mehr gekämpft. Das macht es dann auch für mich einen Tick einfacher.

Nils Buschmann (TVC-Torwart): Wir hatten im Angriff leider viel zu wenig Durchschlagskraft und haben aus dem Rückraum heraus einfach zu wenig gemacht. Zudem sind 19 Fehlwürfe und 15 technische Fehler natürlich zu viel.

„So kann es von den Ergebnissen her gesehen gern weitergehen“, brachte es SG-Kapitän Helge Janßen nach dem Schlusspfiff lächelnd auf den Punkt: „Allerdings hat man auch gesehen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Wir haben noch zu viele einfache Fehler gemacht, sonst hätten wir viel höher gewonnen.“

In der Tat: In einer von zwei starken Torhütern geprägten Partie – Levin Stasch bei der SG (12 Paraden/davon 2 Siebenmeter) und der ehemalige Vareler Nils Buschmann beim TVC (10) – hatten die Hausherren den besseren Start erwischt und führten nach zwölf Minuten bereits mit 5:1. Allen voran Oliver Staszewski fand immer wieder Lücken in der Cloppenburger Abwehr. Erst als er nach seinem vierten Treffer beim Stand von 6:2 (14.) wegen seines nach einer Abwehraktion am Rücken stark eingerissenen Oberteils von den Unparteiischen zum Trikotwechsel in die Kabine beordert wurde, gab es auch einen spürbaren Riss im Angriffsspiel der Gastgeber.

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Nach einem Treffer des flinken TVC-Rechtsaußen Edwin de Raad waren die vom ehemaligen Vareler Zweitliga-Spieler „Axy“ Akacsos trainierten Gäste aus dem Oldenburger Münsterland plötzlich wieder auf 6:7 dran (21.). Bis zur Pause blieb es danach ausgeglichen.

Gleich nach Wiederbeginn jedoch setzten sich die Vareler vorentscheidend auf 18:11 (41.) ab und ließen sich dabei auch von der Roten Karte gegen Fabian Hartwich (39./dritte Zeitstrafe) nicht aus der Bahn werfen. Zumal die Gastgeber immer wieder geschickt das Tempo im Angriff verschleppten. Oft standen sie kurz vor dem Zeitspiel, ehe ihnen im letzten Moment doch noch ein Treffer gelang.

Trainer-stimmen

Ivo Warnecke (SG VTB/Altjührden): Der Druck vor dem ersten Heimspiel war sehr hoch. Wir wollten uns möglichst nicht blamieren. Das Niveau unserer Abwehr hat mir erneut sehr gut gefallen. Zwar müssen wir das Spiel in der Schlussphase besser zu Ende bringen, aber jetzt sind wir erst mal froh und glücklich über die gelungene Heimpremiere.

Barna-Zsolt Akacsos (TV Cloppenburg): Die Zuschauer haben ein gutes Spiel mit viel Tempo gesehen. Wenn du allerdings nur 20 Tore erzielst, kommst du als Sieger nicht in Frage. Wir hatten zum Saisonstart zwei starke Gegner. Trotz der Niederlagen werden wir noch kommen und zeigen, was in der Truppe steckt.

Nach dem Sieben-Tore-Rückstand bäumte sich aus dem ansonsten erstaunlich wenig Durchschlagskraft entwickelnden TVC-Rückraum Benze Lugosi mit drei Treffern in Folge kurz auf. Bis dahin hatte lediglich Cloppenburgs Mittelmann Jannis Köllner mit guten Kreisanspielen wirklich zu gefallen gewusst.

Näher als auf vier Treffer kamen die Gäste, die sich an der kompakten Vareler Abwehr die Zähne ausbissen, nicht mehr heran – auch wenn sich die Gastgeber in der hektischen Schlussphase in zu viele Einzelaktionen verstrickten. Doch nachdem Stasch beim Stand von 22:17 den zweiten Siebenmeter entschärft hatte (54.) und die zufriedenen Vareler Fans aus dem rhythmischen Klatschen gar nicht mehr herauskamen, war der hochverdiente Derbysieg endgültig in trockene Tücher gewickelt.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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