Altjührden Die Luft an der Tabellenspitze ist für die SG VTB/Altjührden wieder etwas dünner geworden. Nach zuvor drei Arbeitssiegen in Folge stolperte das ersatzgeschwächte Team um Spielertrainer Ivo Warnecke am Samstagabend vor allem aufgrund einer äußerst schwachen Angriffsleistung bei der abstiegsgefährdeten HSG Schwanewede/Neuenkirchen mit 26:28 (12:11). Angesichts von 31:7 Punkten ist der Vorsprung vor dem ärgsten Verfolger HSG Barnstorf/Diepholz (27:11) sieben Spieltage vor dem Saisonende wieder auf vier Zähler geschmolzen.

Dementsprechend bedient und mit hängenden Köpfen schlichen die Altjührdener am Samstagabend vom Spielfeld der Heidehalle, während die Gastgeber ausgelassen einen Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt feierten und auf den zehnten Platz kletterten. In den 60 Spielminuten zuvor hatten sie den Varelern ein beherztes Duell auf Augenhöhe geliefert und die intensive Partie schon vor der Pause über Zwischenstände von 2:0 (3. Minute), 6:7 (16.), 10:7 (20.) und 10:10 (27.) völlig offen gestaltet.

Das lag auch daran, dass die vom HSG-Trainerduo Andreas Szwalkiewicz/Dennis Graeve verordnete 5:1-Deckung den Gästen den Zahn zog. „Wir hatten ein absolutes Angriffsproblem“, bedauerte SG-Coach Warnecke: „Nur elf Tore in einer Hälfte zu werfen, das ist eine Katastrophe.“ Sobald die Vareler auf einen zweiten Kreisläufer auflösten, wurde Oliver Staszewski kurz gedeckt und kam am Ende gerade mal auf zwei Feldtreffer. Zudem hing Linksaußen Patryk Abram völlig in der Luft. „Die Übergänge hätten wir viel besser lösen müssen“, bemängelte Warnecke die fehlende Bewegung ohne Ball.

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Schmerzlich vermisst wurde aufseiten der Vareler, die ohnehin ohne Routinier Martins Libergs (Rückenprobleme) und Youngster Joke Brüning (Grippe) angereist waren, vor allem Jan-Uwe Behrends. Der treffsichere Rechtsaußen war zwar mit in den Landkreis Osterholz gefahren, musste stark grippegeschwächt aber nach nur einem Tempogegenstoß wieder entkräftet vom Feld und fiel für den Rest der Partie aus.

Auf der Gegenseite stand die SG-Abwehr ganz passabel, bekam allerdings Schwanewedes torgefährlichen Lukas Feller (12/2) auf Halbrechts nie richtig in den Griff. Auch Niels Huckschlag (6) fand immer wieder Lücken.

Nach Wiederbeginn keimte indes Hoffnung bei den Gästen auf, als Rechtsaußen Jochen Toepler drei SG-Treffer binnen drei Minuten in Folge markierte und den Favoriten zweimal mit zwei Treffern in Front brachte – mit 17:15 (38.) und 18:16 (39.). Doch die Schwaneweder, die im Abstiegskampf jeden Zähler dringend benötigen, ließen sich nicht abschütteln. Zudem standen sich die Vareler in der nun folgenden entscheidenden Phase des Spiels immer wieder selbst im Weg. „Weil wir uns die Bälle praktisch selbst auf die Füße geschmissen haben“, ärgerte sich Warnecke über zu viele technische Fehler: „Da haben einige wohl schon das Gefühl gehabt, wir schaukeln das Ding schon nach Hause.“

Doch es kam anders: Die Hausherren glichen wieder aus (18:18/41.) und setzten nach dem 22:22 (51.) in Überzahl den entscheidenden Zwischenspurt zum 25:22 (54.). Diese Lücke konnten die Vareler nicht mehr schließen und kassierten somit die dritte Saison-Niederlage.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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