Handball
Pirates zeigen Aufsteiger klar Grenzen auf

Der Aufsteiger entwickelte bei der 21:29-Niederlage kaum Gefahr aus dem Rückraum. Erst in der Schlussphase platzte der Angriffsknoten.

Bild: Ingo Böger
Riss das Team der SG VTB/Altjührden in der Schlussphase mit vier Treffern binnen fünf Minuten aus der Angriffs-Lethargie: Kreisläufer Kai Schildknecht (mit Ball)Bild: Ingo Böger
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Altjührden Nichts zu holen gab es am Samstagabend für die Handballer der SG VTB/Altjührden bei ihrer Saisonpremiere vor heimischer Kulisse. Obwohl sich der gastgebende Drittliga-Aufsteiger trotz eines phasenweisen Zwölf-Tore-Rückstandes nie hängen ließ, waren die „Pirates“ des klar favorisierten Leichlinger TV für die Hausherren unterm Strich eindeutig ein zu großes Kaliber. Sie enterten die Manfred-Schmidt-Sporthalle am Ende mit einem nie gefährdeten 29:21 (13:8)-Erfolg.

„Wir haben ordentlich Lehrgeld bezahlt – aber das war anders eigentlich auch nicht zu erwarten“, brachte es SG-Kapitän Helge Janßen nach dem Abpfiff treffend auf den Punkt. In der Tat wäre schon ein Punktgewinn gegen einen der großen Favoriten auf den Titelgewinn in der West-Staffel eine riesengroße Überraschung gewesen.

Vor 598 zeitweise doch recht ernüchterten, aber den krassen Außenseiter bis zum Schluss anfeuernden Zuschauern stimmten bei Varel zwar Einsatzwille und über weite Strecken auch die Deckungsarbeit. Allerdings fehlte im Angriff vor allem aus dem Rückraum die nötige Torgefahr gegen die kompakte LTV-Deckung um die beiden Abwehrhünen Henning Padeken und Tim Menzlaff im Mittelblock.

„Da haben wir leider keine Mittel gefunden“, bedauerte SG-Trainer Ivo Warnecke. Während der Sportliche Leiter Christoph Deters ergänzte: „Dabei waren die Chancen aus dem Rückraum in der ersten Halbzeit da, wir haben sie nur leider nicht genutzt.“

Bezeichnenderweise resultierten gleich vier der mageren acht Treffer der Gastgeber in den ersten 30 Minuten aus Siebenmetern, die Kevin Straten allesamt sicher verwandelte. Für die anderen vier SG-Tore sorgte Zugang Jonas Rohde – lange Zeit einziger Lichtblick auf den Halbpositionen und im Abschluss aus dem Spiel heraus.

Zwar konnten die Vareler die Partie über 3:4 (14. Minute) bis zum 5:7 (18.) noch recht offen gestalten, doch bissen sich die Friesen danach immer mehr die Zähne am gut verschiebenden Leichlinger 6:0-Abwehrbollwerk aus. Hinzu kam dahinter in Mathis Stecken ein bestens aufgelegter Schlussmann, der das Torhüterduell gegen die beiden glücklosen SG-Keeper deutlich für sich entschied.

Stecken kam am Ende auf 24 Paraden. Er profitierte dabei allerdings des Öfteren auch von einer schwachen Wurfauswahl der gegnerischen Angreifer. So zogen die Gäste aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis vor dem Seitenwechsel mit vier Treffern in Folge auf 11:5 (27.) davon.

Nach Wiederbeginn nahm das Unheil aus Vareler Sicht zunächst seinen Lauf. Immer wieder hebelten die Leichlinger den sich tapfer wehrenden SG-Abwehrverbund aus, indem sie den äußerst treffsicheren Rechtsaußen Mike Schulz (6) in Position brachten. Nach einem 6:0-Lauf des Vorjahresdritten drohte den Gastgebern beim Zwischenstand von 10:22 (46.) sogar ein Heimpremieren-Debakel.

Doch die Moral des Underdogs, der zehn Minuten vor dem Ende auf eine offene 4+2-Deckung umstellte, stimmte. Insbesondere Kreisläufer Kai Schildknecht riss seine Mitspieler und die Zuschauer mit drei SG-Treffern in Folge mit und verkürzte den Rückstand erstmals wieder auf acht Tore.

Zu mehr reichte es am Ende jedoch nicht. Außer zu der klaren Erkenntnis, dass ein Drittliga-Spitzenteam wie der LTV – der sich in Altjührden dabei nicht als Übermannschaft präsentierte – für die neuformierte, junge Vareler Truppe in dieser Spielzeit, in der es einzig und allein um den Klassenerhalt geht, kein Maßstab sein kann.

„Wir müssen die Ruhe bewahren, weiter arbeiten und die Punkte gegen andere Gegner holen – vor allem gegen die Mitaufsteiger“, bilanzierte Helge Janßen. „Gut ist, dass die Jungs trotz des hohen Rückstands bis zum Schluss gekämpft und dagegengehalten haben. Und das gegen eine Mannschaft, die nun wahrlich nicht der leichteste Gegner in dieser Liga ist“, betonte Christoph Deters.

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