Altjührden Nach drei turbulenten Wochen mit schwachen Leistungen, dem Rücktritt von Coach Christian Schmalz sowie zwei Niederlagen in Folge haben die Oberliga-Handballer der SG VTB/Altjührden am Samstag erstmals wieder ein Erfolgserlebnis gefeiert. Ausgerechnet im Verfolgerduell gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen, von der man unter der Woche das neue Trainerduo loseisen konnte, gelang ein 29:26 (15:9)-Heimsieg.

In Abwesenheit der beiden Neuen an der Vareler Außenlinie – Andreas Swalkiewicz und Dennis Graeve – die erst am Dienstag ihre Arbeit in Altjührden aufnehmen, sahen die Hausherren vor 558 Zuschauern bis zur 35. Minute und dem Kempa-Tor von Renke Bitter zum 18:11 (35.) schon wie die sicheren Sieger aus. Sie hatten dabei kurz nach Wiederanpfiff sogar eine doppelte Unterzahl weggesteckt.

Verunsicherung spürbar

Dann jedoch wurde immer offensichtlicher, dass die vergangenen Wochen nicht spurlos an der Mannschaft vorübergegangen sind. So machte sich immer mehr Verunsicherung breit, schmolz der komfortable Vorsprung immer mehr dahin und wurde es in der Schlussphase noch mal richtig eng.

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Statistik

Oberliga Nordsee

SG VTB/Altjührden - HSG Schwanewede/Neuenkirchen 29:26 (15:9)

SG VTB/Altjührden Ots (15 Paraden/2 Siebenmeter), Schwagereit – Steusloff, Dick (n.e.), Dröge 5, Kalafut 5, Langer 2, Rüdebusch (n.e.), Summa 5/2, Schröder 2, Bitter 7, Menne, Rohde 3.

HSG Schwanewede/Neuenkirchen Tholen, Planck – Paltinat 4, Wilhelms 3/2, Helfers, Huckschlag 4, Hartwich, Goepel 1, Lemke 3, Mechau, Blum, Wünsch, Oroz 7/1, Kunz 4/1.

Siebenmeter 2/3 SG VTB – 4/6 HSG Schanewede.

Strafminuten 12 SG VTB – 6 HSG Schanewede

Rote + Blaue Karte Hartwich (56./HSG Schwanewede) wegen groben Foulspiels.

Schiedsrichter Christoph Walther und Thomas Voigt (Großenkneten/Hude).

Zuschauer 558.

Stationen 2:3 (5.), 3:4 (8.), 7:4 (12.), 10:4 (19.), 13:5 (24.), 15:9 (Hz.) – 17:10 (34.), 18:14 (40.), 21:15 (44.), 24:18 (48.), 24:22 (55.), 26:23 (58.), 27:25 (60.), 29:26 (Endstand).

Nächstes Spiel ATSV Habenhausen - SG VTB/Altjührden (Sonntag, 17 Uhr, Hinni-Schwenker-Halle).

Aber der Reihe nach: Allen voran SG-Torhüter Rasmus Ots hatte die Schwaneweder Angreifer in der ersten Halbzeit selbst aus der Nahdistanz mit diversen starken Paraden zur Verzweiflung gebracht. Auch dank einer beweglichen und gut zupackenden 6:0-Abwehr drehten die Vareler den 3:4-Rückstand (9.) in eine 10:4-Führung (19.), ehe den Gästen von der Weser nach elf torlosen Minuten erstmals wieder ein Treffer gelingen sollte.

Als Schwanewede ab der 35. Minute noch offensiver deckte, schlichen sich auf Vareler Seite mehrere Abspielfehler ein, welche die Gäste wiederum zu erfolgreichen Tempogegenstößen nutzten. Zudem agierte der Ex-Auricher Karlo Oroz auf Linksaußen äußerst treffsicher. Zwar konnte sich das SG-Team nach dem 18:14 (40.) noch einmal auf 24:18 (48.) absetzen, doch begann mit dem Pfostentreffer von Dennis Summa bei einem Strafwurf das Nervenflattern aufseiten der Gastgeber.

Überharte Abwehraktion

Die Vareler wackelten beim 24:22-Zwischenstand (55.) gewaltig, ehe zunächst richtig Farbe ins plötzlich wieder richtig spannende Spiel kam. Grund: Der Ex-Vareler Fabian Hartwich streckte Jonas Rohde bei einer überharten Abwehraktion mit einem schmerzhaften Ellenbogentreffer ins Gesicht zu Boden und bekam dafür die Rote und dann auch noch die Blaue Karte gezeigt (56.), sodass er sich auf eine längere Spielsperre gefasst machen muss. Immerhin konnte Rohde nach längerer Behandlung weiterspielen.

Trotz Unterzahl hatte Schwanewede kurz darauf die Chance, erstmals wieder auf einen einzigen Treffer zu verkürzen. Das aber vereitelte Ots mit einer ganz wichtigen Parade. Dann übernahm im Angriff zweimal in Folge Lukas Kalafut Verantwortung und brachte die Hausherren wieder mit 25:22 (57.) und 26:23 (58.) in Front. Diesen Vorsprung brachten die Vareler über die Zeit und feierten danach im Hüpfkreis erleichtert den ersten kleinen Befreiungsschlag aus dem Formtief.

Stimmen zum Oberliga-Heimspiel der SG VTB/Altjührden

Christoph Deters (SG-Sportleiter): „Leider haben wir trotz guten Beginns keine Sicherheit, kein Selbstvertrauen reinbekommen. Kämpferisch war das aber gut. Man hat gemerkt, dass die Jungs unbedingt ein anderes Gesicht als zuletzt zeigen wollten. Es war kein schönes Spiel von uns, aber darum geht es zurzeit nicht, sondern ums Gewinnen.

Lukas Kalafut (SG-Spieler): „Es wurde nach zwei Niederlagen aus den letzten drei Heimspielen hier mal wieder Zeit für einen Sieg. Vor der Pause hat man gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Außerdem hat uns Rasmus im Tor mit seinen vielen Paraden von Anfang an sehr gut unterstützt. In der Pause haben wir uns vorgenommen, sofort noch mehr Druck zu machen. Aber durch die doppelte Unterzahl haben wir erstmals Unruhe reinbekommen und uns im weiteren Verlauf zu viele Fehler geleistet. Dennoch ist der Sieg am Ende verdient. Die Situation in den letzten Wochen war total unzufriedenstellend. Wir mussten uns quasi selber trainieren. Auch wenn wir das ganz gut hinbekommen haben: Du brauchst als Spieler jemand von außen, der die Führung übernimmt und die Richtung vorgibt. Deshalb sind wir froh, dass jetzt eine Lösung gefunden wurde und freuen uns auf die neuen Trainer.

Henning Schomann (Trainer Schwanewede): „In der ersten Hälfte haben wir uns sehr schwer getan gegen eine starke Deckung und zu viele Bälle im Abschluss liegen lassen. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft aber eine tolle Moral gezeigt, sich nicht hängen gelassen und Varel das Leben richtig schwer gemacht. Es wäre sogar drin gewesen, noch dichter als zwei Tore heranzukommen und das Spiel vielleicht zu drehen.

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Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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