Altjührden „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“, schallte es am Samstagabend durch die bestens gefüllte Manfred-Schmidt-Sporthalle. Während Spieler und Verantwortliche des TV Cloppenburg ausgelassen im Hüpfkreis ihren knappen, aber verdienten Derbysieg im Spitzenspiel der Handball-Oberliga Nordsee feierten, schlichen die Akteure der SG VTB/Altjührden mit hängenden Köpfen Richtung Spielerbank oder sanken enttäuscht zu Boden.

Schwache Deckung

Nach einer vor allem in der Deckung verschlafenen ersten Halbzeit, hatten sie nach der Pause zwar zur Aufholjagd geblasen und konnten in der hektischen Schlussphase sogar fünfmal auf einen einzigen Treffer verkürzen. Zum Ausgleich sollte es bei der 27:28 (15:19)-Niederlage allerdings nicht mehr reichen. Damit riss die Serie von acht Siegen in Folge in Liga und Pokal. Und statt nach Punkten mit den Gästen gleichzuziehen, ist der Rückstand nun wieder auf vier Punkte angewachsen.

Statistik

Oberliga Nordsee

SG VTB/Altjührden - TV Cloppenburg 27:28 (15:19)

SG VTB/Altjührden Ots (17 Paraden/3 Siebenmeter), Schwagereidt (n.e.) – Steusloff 1, Dick (n.e.), Dröge 1/1, Kalafut 7, Langer, Rüdebusch (n.e.), Summa 4, Schröder 4, Bitter 5, Menne, Rohde 5.

TV Cloppenburg Legler, Buschmann – Koellner 2, Harms 10, Borchert 1, Danielzik, Gülzow 8, Andreßen, Schulat (n.e.), Köhler, Saalmann 6/1, de Raad 1, Lugosi, Imhorst.

Siebenmeter 1/2 SG VTB – 1/5 TV Cloppenburg.

Strafminuten 10 SG VTB – 6 TV Cloppenburg.

Rote Karte Bitter (57./SG VTB/Altjührden) wegen dritter Zeitstrafe. 

Schiedsrichter Maximilian Schwarze und Björn von der Linde (SG Friedrichsfehn/Petersfehn).

Zuschauer 728.

Stationen 1:0 (2.), 1:3 (5.), 3:7 (12.), 6:7 (14.), 6:10 (16.), 10:12 (20.), 12:16 (25.), 14:19 (28.), 15:19 (Hz.) – 15:21 (33.), 17:22 (35.), 19:22 (43.), 23:24 (53.), 25:26 (56.), 26:28 (58.), 27:28 (Endstand).

Nächstes Spiele TV Bissendorf-Holte - SG VTB/Altjührden (Sonntag, 17 Uhr, Sporthalle Werscher Straße).

Landespokal, Final 4 Am Sonnabend, 21. Dezember, ist die SG VTB/Altjührden Gastgeber des Finalturnieres im gemeinsamen Pokal-Wettbewerb der Landesverbände Niedersachsen (HVN) und Bremen (BHV). Im Halbfinale trifft in der Manfred-Schmidt-Sporthalle die SG Börde Handball (Verbandsliga) um 15 Uhr auf den VfL Fredenbeck (Oberliga). Um 16.30 Uhr spielt die SG VTB/Altjührden gegen Landesligist TV Bohmte. Die Sieger der beiden Halbfinals ermitteln ab 18.30 Uhr den Gewinner des Landespokals.

Doch der Reihe nach: Vor 728 Zuschauern, darunter viele TVC-Fans, die mindestens ebenso großen Anteil an der echten Derbyatmosphäre in der altehrwürdigen Pfeilerhalle hatten wie die Vareler Anhänger, waren die Hausherren zwar mit 1:0 in Front gegangen. Doch schnell wurde deutlich, welches der beiden Teams in diesem Gipfeltreffen zu Beginn mit mehr Biss und Ehrgeiz zur Sache ging.

Während das Angriffsspiel der Gastgeber oft zu statisch wirkte, drückten die Cloppenburger sofort voll aufs Tempo, gingen ohne Rücksicht auf Verluste auf die Nahtstellen in der SG-Abwehr, die vor dem Seitenwechsel immer wieder erstaunliche Lücken offenbarte.

So fanden die Vareler vor allem gegen den bärenstarken Kreisläufer Ole Harms (10) und den treffsicheren Rückraum-Linken Erik Gülzow (8) keine Mittel. Dabei hatte sich das Team von SG-Coach Christian Schmalz unter der Woche im Training genau auf diese beiden Schlüsselpositionen im Cloppenburger Angriffsspiel vorbereitet.

So gingen die Gäste, bei denen Jannis Koellner zudem glänzend Regie führte, über 1:3 (5.) mit 3:7 in Front (12.), ehe die SG mit einem 3:0-Lauf auf 6:7 verkürzen konnte (14.). Doch der Tabellenführer landete danach ebenfalls drei Treffer in Folge und setzte sich wieder auf 6:10 ab (16.).

Hoffnung auf eine Wende keimte bei den Vareler Fans auf, als Lukas Kalafut aus elf Metern hochstieg und den Ball zum 10:12 ins Netz hämmerte (20.). Doch konnten sich die Cloppenburger bis zur Pause wieder ein Polster von vier Treffern erarbeiten, weil sie fast jeden Ballverlust der Gastgeber bestraften.

Die beiden großen Fragen in der Pause lauteten: Würden die Gäste ihr enorm hohes Tempo auch in den zweiten 30 Minuten durchhalten können? Und würden die Vareler ihre Deckungsprobleme in den Griff bekommen?

Zunächst einmal setzte sich der TVC erstmals auf sechs Treffer ab – 15:21 (33.). Dann aber erhöhten die Gastgeber endlich ihre Intensität in der Abwehrarbeit und packten fortan viel beherzter zu. Zudem zeigte SG-Torhüter Rasmus Ots nun eine Glanzparade nach der anderen und kam am Ende auf 17 gehaltene Würfe, darunter drei Siebenmeter. So kämpften sich die Hausherren über 19:22 (43.) und 21:23 (48.) beim 23:24 (53.) erstmals wieder auf einen Treffer heran.

Bitter sieht Rot

Beim Stand von 25:27 kam auch noch Farbe ins Spiel, als Varels Renke Bitter seine dritte Zeitstrafe kassierte und mit Rot vom Feld musste (57.). Wenig später bekam zunächst Cloppenburgs Harms zwei Minuten aufgebrummt, wiederum nur kurz darauf gerieten Jonas Rohde und Janik Köhler aneinander und erhielten ebenfalls Zeitstrafen.

Die SG nahm ihren Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers heraus und erzielte durch Dennis Summa in Überzahl (5 gegen 4) mit Glück im zweiten Versuch das 26:27 (58.). Doch wieder hatte in Vincent Saalmann ein TVC-Spieler die richtige Antwort parat – 26:28 (58.). Zwar gelang Rohde der erneute Anschlusstreffer (60.) und kamen die Vareler sogar noch einmal in Ballbesitz. Doch der von Kalafut direkt auszuführende Freiwurf war zu weit vom gegnerischen Tor entfernt und wurde zudem geblockt.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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