Altjührden Die SG VTB/Altjührden verliert im Sommer neben dem estnischen Nationaltorhüter Rasmus Ots, der in seine Heimat zurückkehrt (die NWZ berichtete), einen weiteren Leistungsträger. Wie der Handball-Oberligist am Montag bekannt gab, verlässt Regisseur Dennis Summa die Vareler in Richtung des Tabellenersten und Drittliga-Aufsteigers ATSV Habenhausen.

Der 25-jährige Mittelmann war in der abgebrochenen Saison mit 112 Treffern, davon 47 Siebenmeter, der erfolgreichste Torschütze des Tabellenvierten. Summa war im Sommer 2018 von der SG Achim/Baden zum damals frisch gebackenen Oberliga-Meister gewechselt und absolvierte für Varel jeweils eine Saison in der Dritten und Vierten Liga. Zuletzt wurde der gebürtige Ottersberger (Landkreis Verden), der gegenüber den SG-Verantwortlichen schon zur Winterpause seine Abwanderungsgedanken geäußert haben soll, von Achillessehnen-Problemen ausgebremst.

„Sportlich werden wir Dennis sicherlich nicht ersetzen können. Aber in der aktuellen Situation war klar, dass wir nicht jeden Spieler über die Corona-Pause hinweg halten werden können“, erläutert Varels Sportlicher Leiter Christoph Deters: „Dennis möchte unbedingt Dritte Liga spielen, und diesen Wunsch kann er sich in Habenhausen sofort erfüllen.“ Der ATSV hatte sich zuvor unter anderen bereits die Dienste des kroatischen Linkshänders Martin Vulic (HSG Werratal) sowie des auch von Zweitligisten umworbenen Mittelmanns Bjarne Budelmann (Bundesliga-A-Jugend HC Bremen) gesichert.

Derweil gibt sich Deters trotz des Verlustes von zwei Stammkräften und eines aufgrund der Corona-Krise deutlich verringerten Vareler Etats zuversichtlich, eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Oberliga-Spielzeit zusammenstellen zu können. „Ich bin ich guter Dinge“, sagt Deters: „Wir befinden uns in vielversprechenden Gesprächen. Ich rechne fest damit, dass es Ende der laufenden Woche weitere Zusagen geben wird.“

Bislang haben sechs Spieler – trotz reduzierter Bezüge im Vergleich zum vorherigen Vertragswerk – grünes Licht für eine weitere Saison im SG-Dress gegeben: Kapitän Kai Schildknecht, Torjäger Lukas Kalafut, Kevin Langer, Aydrian Dröge und Fynn Menne sowie Zugang Markus Zindler (Elsflether TB). Die SG-Verantwortlichen hoffen nun auf die Zusagen weiterer Spieler aus dem aktuellen Kader.

Noch offen ist unter anderen der Verbleib von Patryk Abram, Jonas Rohde, Renke Bitter, Michael Schröder und Keeper Finn-Luca Schwagereit. Zudem sind die Vareler auf der Suche nach einem neuen Torhüter und Rückraumspieler.

Inzwischen steht fest, dass neben dem Tabellenersten Habenhausen auch der punktgleiche zweitplatzierte TV Cloppenburg den Sprung in die Dritte Liga geschafft hat. Das Team von TVC-Coach Barna-Zsolt Akacsos war vergangene Woche dank der bundesweit besten Bilanz aller zweitplatzierten Oberligisten vom DHB am grünen Tisch als Nachrücker benannt worden.

„Nach Bekanntwerden des nachträglichen Aufstiegs habe ich Axy sofort gratuliert“, erklärt Deters: „Seine Mannschaft hat eine wirklich gute Runde gespielt und den Sprung in die Dritte Liga verdient. Natürlich fehlt uns dadurch in der kommenden Saison ein lukrativer Derbygegner, andererseits rückt aus der Verbandsliga der TvdH Oldenburg mit diversen ehemaligen Altjührdenern nach.“

Mit Blick auf die Tatsache, dass die Oberliga Nordwest nun gleich zwei spielstarke Mannschaften nach oben verlassen haben, während aus der Dritten Liga keine Mannschaft abgestiegen ist, dürfte die kommende Saison im Titelkampf noch ausgeglichener verlaufen. Im Streben, einen möglichst konkurrenzfähigen Kader aufbieten zu können, setzt die Vareler Führungsriege um Geschäftsführer Piet Ligthart noch bis zum Ende dieses Monats auch auf Erlöse durch die am 8. Mai initiierte Crowdfunding-Aktion.

Nach zwei Wochen waren durch die Unterstützer-Kampagne 10 465 Euro zusammengekommen – wobei ein Teil der Erlöse durch den vergünstigten Dauerkarten-Verkauf bei den Etat-Plannungen für die kommende Spielzeit bereits „eingepreist“ war. „Dennoch freuen wir uns natürlich sehr, dass die Crowdfunding-Aktion gut angenommen worden ist“, betont Deters.

„Wir haben zum Beispiel schon über 80 Supporter-Shirts verkauft und hoffen, vielleicht in dieser letzten Woche noch die 100 Stück zu knacken“, ergänzt Pressesprecher André Seefeldt. Am 31. Mai schließe der Shop im Internet, und die Angebote seien dann nicht mehr zu haben.

In diesem Zusammenhang stellt Seefeldt klar, dass es im Sommer vor Saisonbeginn wie gewohnt einen herkömmlichen Dauerkarten-Verkauf vor Ort zum Normalpreis geben wird. „Die Crowdfunding-Aktion soll uns in der aktuellen prekären Situation etwas Luft verschaffen“, erklärt der Pressesprecher mit Blick auf abgesprungene Sponsoren sowie Einnahmeausfälle durch die abgebrochene Saison.

Auch die Inanspruchnahme des Stammplatzes bleibe für die neue Spielzeit 2020/ 2021 weiterhin möglich. „Neue Dauerkarten werden nur für freie Plätze vergeben“, sagt Seefeldt: „Jeder Fan wird also die Chance bekommen, seine Dauerkarte mit seinem Stammplatz zu verlängern!“

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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