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VAREL Schnell und athletisch ist die Sportart Rollstuhl-Basketball. Davon konnten sich jetzt die Schüler des achten Jahrgangs des Lothar-Meyer-Gymnasiums in Zetel und Varel überzeugen. Sie konnten nämlich als nichtbehinderte Sportler die Rollstühle ausprobieren, in denen sonst Menschen Sport treiben, die wegen einer Lähmung oder sonstigen Behinderung auf den Rollstuhl angewiesen sind. Und während die Achtklässler von Jens Pöhlandt, Fachbereichsleiter Sport am Lothar-Meyer-Gymnasium, sich im Rollstuhl ausprobierten, spielten Schüler in der kleinen Sporthalle Goal­ball, eine Sportart, die auch Sehbehinderte und Blinde ausüben können. Der Goal­ball ist mit einer Klingelkugel versehen über Gehör und Tastsinn ins gegnerische Tor gespielt werden.

Ballfangen ohne Sehen

Gefördert wird das ungewöhnliche Sportprojekt von der Telekom, die Rollstuhlsport und Goalball an jährlich 150 weiterführenden Schulen propagiert. „Durch das Förderprojekt der Deutschen Telekom sollen die Jugendlichen eine neue Sporterfahrung machen und selbst erleben, wie anspruchsvoll die Beherrschung eines Rollstuhls mit Ball und wie schwierig eine Orientierung ohne Sehvermögen ist“, erläuterte Diplom-Sportwissenschaftler Timo Beyer, der die Ausrüstung gebracht hatte und das Projekt begleitet.

Nach Fahrübungen auf dem Hallenboden ging es über zu Ballübungen. „Ihr dürft natürlich nicht aufstehen, wenn ihr den Ball verliert“, wies Felicitas Engelmann, selbst Rollstuhl-Basketballerin beim RSC Oldenburg, die Achtklässler an. Wenn der Ball verspringt, muss man mit dem Rollstuhl hinterherfahren.

Andere Sicht lernen

Ein weiterer Rollstuhl-Basketball-Trainer war in Varel Felix Heise, der selbst in der Zweiten Bundesliga Rollstuhl-Basketball (und zwar bei der SG Oldenburg/Sünteltal) spielt (am Wochenende übrigens erfolgreich mit 81:52 gegen die Bundesliga-Reserve Köln 99). Als wichtig nannte Pöhlandt die Auseinandersetzung sowohl mit dem Material (Rollstuhl und Basketball) als auch mit der Situation Behinderter.

So sieht es auch Astrid Geisler, Schulleiterin am Lothar-Meyer-Gymnasium: „Wir freuen uns, dass durch dieses Projekt unsere nicht behinderten Schüler und Schülerinnen die Gelegenheit erhalten, die Sicht ihrer behinderten Mitschüler einzunehmen. Durch diesen Perspektivwechsel können sie deren Probleme und Schwierigkeiten im täglichen Schulleben möglicherweise noch besser verstehen und sie noch besser unterstützen, als sie das erfreulicherweise ohnehin schon tun.“

Die Körbe beim Rollstuhl-Basketball werden übrigens nicht niedriger gehängt. Wer punkten will, muss schon genau zielen. Die beiden Rollstuhl-Sportler Felicitas Engelmann und Felix Heise mussten sich aber mühselig die Stufen zur Turnhalle im ersten Obergeschoss hinaufhangeln. Einen Fahrstuhl oder einen Treppenlift gibt es dort nicht.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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