Der traditionsreiche Leistungshandball in Altjührden ist nach 40 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur 2. oder 3. Liga an seinem vorläufigen Tiefpunkt angekommen – mit Ansage. Das am Wochenende in der Relegation endgültig besiegelte Abrutschen in die Viertklassigkeit war das unrühmliche Finale eines Abstiegs auf Raten.

Die Mannschaft trägt daran die geringste Schuld. In den vergangenen vier Jahren hat sich die Qualität des Kaders mangels finanzieller Möglichkeiten immer mehr verschlechtert. Dass der in dieser Zeit stets gefährlich schlingernde SG-Zug nicht schon früher von den Gleisen gesprungen ist, war vor allem dem Umstand geschuldet, dass Spieler und Trainer Andrzej Staszewski allesamt Kämpfernaturen sind.

Doch in der extrem verletzungsträchtigen Vollkontakt-Sportart Handball lässt sich auf Dauer nicht mit einem Mini-Kader bestehen. Mangels eines personellen Unterbaus mussten die Vareler Spieler auch in dieser Saison wieder im Dauerstress ihre Knochen hinhalten. Natürlich sind wirtschaftliche Zwänge der Hauptgrund, dass das Team nicht breiter und ausgeglichener besetzt werden konnte. Wobei nicht verschwiegen werden soll, dass die Entscheidungsträger über Jahre hinweg auch viel privates Geld eingesetzt haben, um es überhaupt einigermaßen konkurrenzfähig zu halten.

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Dennoch wurde seitens der Sportlichen Leitung zu wenig dafür getan und kaum Hilfe zugelassen, um in Sachen klammer Kassen entscheidend gegenzusteuern. Vom fehlenden Konzept einer systematischen Nachwuchsförderung durch alle Jugendklassen hindurch im vertrauensvollen Miteinander mit Vertretern der JHSG Varel ganz zu schweigen.

Dass nun ausgerechnet in dieser Spielzeit der Klassenerhalt verpasst wurde, in der Anfang 2017 endlich dringend benötigter frischer Wind von Außen eingezogen ist durch die Anstellung eines Marketing-Managers, ist Ironie des Schicksals.

Doch besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Der Abstieg in die Oberliga Nordsee birgt auch die Chance für einen Neuanfang. Man darf gespannt sein, welche Weichen in den kommenden Tagen auch personeller Natur in der Führungsriege gestellt werden und ob es gelingt, den Leistungshandball in Friesland noch einmal neu auf die Gleise zu hieven. So kann es in jedem Fall nicht weitergehen. Ansonsten wird die 4. Liga zum Abstellgleis.


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