Zetel „Der kommt da nicht durch. Das sehe ich doch von hier.“ Johann Böseleger kann den Schausteller, der gerade mit seinem Laster an ihm vorbeigefahren ist und jetzt versucht, sich zwischen einem auf der Neuenburger Straße geparkten Auto mit Anhänger und einer der vielen Buden am Straßenrand vorbeizudrängeln, nicht verstehen. „Hier muss man manchmal Geduld haben, weil die Schausteller beim Abbau alle zu ihrem eigenen Vorteil parken.“

Seit 7 Uhr reinigt der 73-Jährige, der seit 30 Jahren Kehrmaschine fährt und sich bei der Firma Bodo Westerholt aus Rastede etwas Geld zur Rente dazuverdient, am Donnerstag auf dem Zeteler Markt die Straßen. Freitag und Montag, wenn die Schausteller abgereist sind, wird er auch noch im Einsatz sein.

Dass es um 9 Uhr – wenige Stunden nach dem großen „Party-Mittwoch“ – im Ortskern schon wieder recht passabel aussieht, liegt aber nicht nur an Johann Böseleger und seiner Kehrmaschine, sondern auch an Thomas Held von der Abfallwirtschaftsgesellschaft Wilhelmshaven (AWG) und seinen Kollegen: „Wir waren jeden Markttag von 5 bis 14 Uhr im Einsatz. Heute machen wir aber länger, weil am Mittwoch immer am meisten Müll anfällt. Freitag, Montag und Dienstag sind wir auch noch zur Nachreinigung da.“

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Bezüglich des Müllaufkommens gehen die Meinungen bei den Reinigungskräften etwas auseinander. „Dieses Jahr war es wesentlich weniger Müll als im Vorjahr“, sagt Thomas Held, „und besondere Funde wie vor zwei Jahren waren auch nicht dabei. Damals haben wir noch mehrere Personalausweise und Handys, Schlüpfer und sogar einen Katheter gefunden.“

An ein gestiegenes Umweltbewusstsein bei den Besuchern glaubt Mitarbeiter Rainer Bülthoff von der AWG in diesem Zusammenhang aber nicht: „Ich glaube, den Leuten ist das egal, wenn sie betrunken sind. Dieses Jahr lagen auch wieder sehr viele Scherben herum. Wahrscheinlich haben sie einfach nur weniger Geld.“

Eine Erklärung für die Einschätzung der AWG-Mitarbeiter bietet Marktmeister Olaf Oetken, der wie Johann Böseleger dagegen von einem ähnlichen Müllaufkommen wie im Vorjahr ausgeht: „Dadurch, dass wir an den Bushaltestellen mehr Container aufgestellt haben und der Reinigungsdienst dieses Jahr am Mittwoch auch während des Tages unterwegs war, lief die Müllentsorgung wahrscheinlich etwas kontrollierter ab. Und auch die Zusammenarbeit zwischen Reinigungsfirmen, Bauhof und Schaustellern war super.“

Während die Abfälle in der Sortieranlage in Wiefels landen, können Fundsachen im Bürgerbüro der Gemeinde Zetel (Tel. 04453 / 9350) abgegeben und ab kommender Woche abgeholt werden.

Florian Mielke Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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