JEVER Alteingesessene Kenner der plattdeutschen Sprache machten jetzt im Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever neue Erfahrungen. Es ging im plattdeutschen Gesprächskreis des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins um alte Reime, Sprichwörter und seltene Wörter, Fast 100 Interessierte konnte Moderator Horst Janßen hierzu begrüßen. Dabei gab es in der gemütlichen Runde viel Gelächter, kam doch so manche Neuigkeit heraus.

„Es stehen längst nicht alle Begriffe in den plattdeutschen Wörterbüchern“, stellte die Plattdeutsch-Autorin und NWZ-Kolumnistin Christa Arntz aus Schortens fest.

Jörg Beyer verriet, dass er in seinen Wortschatz bereits den „Hülpsbrägen“ aufgenommen hat und lüftete das Geheimnis, dass es sich bei dem „Hilfsgedächtnis“ um den Computer oder ein Elektrohirn handelt. Eine „Püll“ sei eine Wärmflasche und ein „Wulkenschuber“ ein breitrandiger Damen-Sommerhut.

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Silberne Löffel

Reiche Leute kämen „mit silbernem Löffel“ (Leepel) auf die Welt, trug Horst Janßen zur Heiterkeit bei, doch könne es auch trauriger werden, wenn der „Leepel“ abgegeben werde. Applaus heimste Dr. Luise Wilken für ihre engagiert vorgetragenen Beiträge ein. Von „Teegap“ werde bei Teedurst gesprochen, ein „Wicht“ oder „Fon“ sei ein Mädchen oder Kind und ein „Knipp“ ein Portemonnaie.

Viel trug Marianne Reents zum Gelingen des Abends bei. Sie sprach von „Oll Jütt“ (altes Mädchen), „Haarbüdel“ (Betrunkener), „Rödeln“ (viel erzählen), „Meut maken“ (Streit, Krach), „Nauping“ (Geizkragen) oder „Kröpel“ (unangenehmer Mensch) und „Pöselpeerd“ (dauerhaft schuftender Mensch).

Sparsame Menschen

Auf besondere Wörter wies auch Johannes Leiner hin: Ein „Ulk“ sei ein Iltis, ein „Gesundje“ ein gestreiftes Unterhemd. Horst Janßen verriet die Herkunft sparsamer Menschen: die kämen aus „Kniephuusen un Holtfast“.

Blumig schilderte Volkhard Cordsen aus Sillenstede in plattdeutscher Reimform den alljährlichen Loseverkauf in Jever, während Horst Janßen „lieber in der Kneipe sitzt und an die Kirche denkt als umgekehrt“.

Auch das Handwerk war ein Thema. Mit einem Witz beantwortete Janßen die Frage nach dem ältesten Handwerk und fand damit ein passendes Finale für den bei Tee und Keksen unterhaltsamen Abend.

Janßen wies auf das nächste Treffen des plattdeutschen Gesprächskreises am 7. Oktober im Graf-Anton-Günther-Saal hin. „Wat het wat damals köst?“ lautet denn die Frage. Möglicherweise gibt es sich der Gesprächskreis dann auch einen plattdeutschen Namen, denn hierzu konnte sich die Gemeinschaft noch nicht durchringen.

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