Menschen
„Ideen und Lösungen kommen hier von selbst“

Sie hat fast die gesamte Welt bereist. Doch alle vier Wochen muss die Erziehungswissenschaftlerin nach Wangerooge kommen.

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Prof. Dr. Astrid Kaiser aus Oldenburg liebt Wangerooge.Bild: privat
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Prof. Dr. Astrid Kaiser hat auf ihrer Weltreise viel erlebt – das Buch dazu hat sie auf Wangerooge geschrieben.Bild: privat
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Wangerooge Sie war schon in Florida und Hawaii, in Samoa, Tonga und Malaysia. Sie hat schon viel von der Welt gesehen – und doch: Einmal Wangerooge im Monat – das muss einfach sein.

Für Prof. Dr. Astrid Kaiser ist Wangerooge etwas ganz Besonderes. Hier kann sie durchatmen und Ideen sammeln. Und hier sind viele ihrer Arbeiten entstanden – wie auch ihr neustes Buch über ihre Weltreise.

Die 70-Jährige ist Erziehungswissenschaftlerin und arbeitete zuletzt an der Uni Oldenburg. Sie stammt aus dem Harz, zog in den Norden, um in Oldenburg zu lehren und kaufte nach dem Tod ihrer Mutter vor etwa 20 Jahren das Haus auf Wangerooge.

„Auch meine Mutter liebte das Meer, wuchs aber in ärmlichen Verhältnissen auf und konnte nie wirklich reisen.“ Die See kannte sie aus Bildern und Geschichten. Erst später, als ihre Mutter 85 Jahre alt war und schon im Rollstuhl saß, fuhr Astrid Kaiser mit ihr an die Küste – ein besonderes Erlebnis. „Schon da hatte sie mir das Haus auf Wangerooge gegönnt. Es ist auch eine Art Gedenkstätte für meine Mutter.“

Für Astrid Kaiser ging damit ein Traum in Erfüllung: „Während meine Schulkameraden früher in den Urlaub nach Langeoog fuhren, habe ich als Schülerin auf dem Acker gearbeitet.“ Irgendwann hielt sie es aber nicht mehr aus, fuhr gegen den Willen ihrer Mutter an die Ostsee und auf die Hallig Hooge.

Seitdem sie das Haus auf Wangerooge besitzt, kann Astrid Kaiser immer ans Meer fahren, wann sie will. Und das muss sie auch: schließlich hat die Insel so eine positive Wirkung auf sie. „Und nicht nur auf mich: Wenn meine Doktorandinnen früher Schwierigkeiten mit ihrer Arbeit hatten, habe ich sie dazu bewegt, auch auf die Insel zu fahren und raus in die Natur zu gehen.“ Das Ergebnis? „Die Ideen und Lösungen kamen wie von selbst.“

Genau so war es dann auch beim Verfassen ihres Buches „In 60 Tagen als Frau allein um die Welt“. Zwar hatte Astrid Kaiser schon eine Grundlage – während der Reise schrieb sie einen Blog für Familie und Freunde. Doch das Buch schrieb sie letztlich auf Wangerooge – dort, wo die Ideen nur so sprudeln.

So schrieb sie über ihre Zeit in Florida, Kalifornien und Hawaii, in Samoa, Tonga, Fidschi, Australien, Singapur, Malaysia und im Oman. Was sie dort erlebt hat? „Viel Dramatisches, einige Pannen“, erinnert sich die 70-Jähre – heute lächelnd. Denn wären die Pannen nicht gewesen, hätte sie manche Menschen nicht kennengelernt und manchen Ort nicht auf diese Weise gesehen. „Deshalb habe ich aus jeder Situation etwas Positives gezogen.“

So hat sie das schlechte Wetter in Little Havanna an den perfekten Ort gebracht, der vergessene Rucksack im Bus in Hawaii hat ihr zu den schönsten Begegnungen und Gesprächen verholfen. „Und so wurde es insgesamt zu einer tollen Erfahrung“ – übrigens auch mit ziemlich lustigen Erlebnissen.

Astrid Kaiser ist froh, diese Weltreise gemacht zu haben. „Als Professorin ist man permanent gefragt, bekommt viele E-Mails. Und die Reise diente auch als Schnitt nach meiner Pensionierung.“ Doch bei all den wunderbaren Begebenheiten kann sie eines sofort sagen, ohne lange nachdenken zu müssen: „Erholen, Kraft tanken und den Kopf frei bekommen – das kann ich doch am besten auf Wangerooge.“

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