SANDE „Hi, ich bin der Charly“, sagt Charly und legt gleich richtig los: „Uh, ah, rock my soul“, singt Charly, wackelt mit seinen 13-jährigen Hüften, wirft die Arme nach links und nach rechts, schnippt mit den Fingern, wippt mit den Füßen und singt die einzige Textzeile, die er in der Pause schnell gelernt hat: „Uh, ah, rock my soul.“

Charly hat das Zeug zum Entertainer. Und auch die Jury, der der Siebtklässler am Donnerstagmittag im Musikraum der Oberschule Sande vorgesungen hat, findet: „Du bist echt ein cooler Typ. Die Performance stimmt, die Ausstrahlung passt und ganz passabel singen kannst Du auch“, sagen Musiklehrerin Sina Ohlmann sowie Melissa Gerdes und Dennis Lübben aus Jahrgang 10, die als Schüler mit mehrfach unter Beweis gestellten musikalischen und gesanglichen Fähigkeiten ebenfalls in der Jury sitzen.

„Von uns gibt’s dreimal ein ,Ja‘“, sagt Sina Ohlmann und reicht Charly den Recall-Zettel. In zwei bis drei Wochen muss der 13-Jährige dann zeigen, dass er gegen 24 Mitschüler, die im Wettbewerb ebenfalls eine Runde weitergekommen sind, bestehen kann. Uh, ah, rock my soul.

Sande sucht den Superstar – „SSDS“, wie es in der Schule heißt. Seit den Halbjahreszeugnissen Ende Januar ist an der Oberschule am Falkenweg das Casting-Fieber ausgebrochen. Seitdem stehen beinahe jeden Vormittag in der zweiten großen Pause Schüler vor dem Musikraum Schlange, um der Jury vorzusingen, vorzutanzen oder vorzuspielen. Fast 80 Schüler waren es in der Vorrunde, die am Donnerstag zu Ende ging. Viele trällerten treffsicher, mach einer fiel aber auch die Tonleiter hinab. Für die gab es keinen Recall-Zettel.

Spontane Idee

„Die Idee zu SSDS ist mir auf der Weihnachtsfeier gekommen“, sagt die junge Musiklehrerin. Damals hatten sich zu viele Schüler gemeldet, die zur Feier etwas beitragen wollten und die Sina Ohlmann nicht alle im Programm unterbringen konnte. „Da habe ich mir in Anlehnung an ,Deutschland sucht den Superstar‘ SSDS ausgedacht.“

Die Tür zum Musikraum geht auf und Anne kommt herein. Sie möchte etwas auf dem Keyboard vorspielen. „Dann leg mal los“, sagt Juror Dennis, der als DJ für die Schule, im örtlichen Jugendzentrum oder auch auf privaten Partys auflegt.

Doch schnell wird der Jury klar: Das reicht noch nicht. „Übe fleißig, dann kommst Du im nächsten Jahr wieder“, rät Musiklehrerin Sina Ohlmann.

25 Schüler kommen bereits in zwei Wochen wieder. „Im Recall, dann mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung, wird weiter ausgesiebt, bis die zehn besten übriggeblieben sind“, sagt Dennis Lübben. Er wie auch Mitschülerin Melissa und SSDS-Initiatorin Sina Ohlmann haben schon ihre Favoriten für das Finale. „Aber die verraten wir natürlich nicht“, sagt Melissa.

Schüler stimmen ab

Der „Sander Superstar“ soll bei einer Mottoshow im Mai bei einer großen Schulparty ermittelt werden. An Termin und Ablauf der Show wird noch gefeilt, ebenso am Abstimm-Modus aus der Schülerschaft. Denn Jury und Schüler wählen den Sieger von SSDS gemeinsam.

Schon vorher wechselt Melissa Gerdes die Seiten: Die 17-Jährige, die bereits im vorigen November Dieter Bohlen bei „Deutschland sucht den Supperstar“ vorsang und dort keinen Recall-Zetel in Empfang nahm, versucht in ein paar Tagen bei der neuen Staffel von „Popstars“ ihr Glück als Sängerin. Vielleicht hat Sande mit Melissa eines Tages wirklich einen richtigen Star.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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