VAREL „Schön – sehr schön“, bemerkte Claude Lefebvre, noch sichtlich unter dem Eindruck des eben Gehörten stehend. Sein Werk war es, mit dem das jüngste Konzert im Rahmen des Internationalen Orgelsommers in der Vareler Schlosskirche eröffnet worden war: „Verzweigungen“ hieß das Werk, 1976 hatte es der heute 80-jährige Komponist aus dem französischen Metz geschrieben und der Stadt Varel gewidmet. Und mit seinem „Or, un arbre monta“ (Da stieg ein Baum...) endete der Abend, der das Publikum in die Welt der zeitgenössischen Musik entführt hatte.

Es war eine Hommage an den Komponisten, der eng mit der Stadt Varel verbunden ist. Aus Varel stammt seine Frau, dort hat er noch ein Haus, dort sind viele seiner Kompositionen entstanden. Und in Varel ist auch der Organist aufgewachsen, der heute viele seiner Werke interpretiert: der in Essen lebende Konzertorganist und Dozent Dr. Matthias Geuting, der auch diesmal wieder der Schuke-Orgel ungeahnte Töne entlockte und ihr hohes Ausdruckspotenzial zum Klingen brachte – mal voluminös, mal hauchzart. Und so fanden auch beim Schlussstück „Or, un arbre monta...“ die Klänge der Orgel zauberhaft zusammen mit Versen von Rilke, Rimbaud oder Baudelaire, die Sigune von Osten rezitierte.

Die Sängerin, Komponistin und Musikkünstlerin aus Bad Kreuznach begeisterte überdies mit einer Uraufführung der „Animations CL“, einer Komposition für das traditionelle chinesische Instrument Guzheng, in die sie Kompositionen von John Cage eingearbeitet hatte. Bei dessen „Aria“ konnte sie als Interpretin alle stimmlichen Register ziehen. Claude Lefebvre war es übrigens auch, der sie für die „Aria“ zu seinem Festival „Rencontres Internationales de Musique Contemporaire“ nach Metz holte und ihr damit als Sängerin den Weg nach Paris und Frankreich öffnete. Ihm schließlich widmete die Künstlerin ihr „Animations CL“.

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Weitere Werke von John Cage, von Olivier Messiaen (hier das „Chants d’oiseaux“ mit den Vogelrufen) und von Felix Mendelssohn Bartholdy rundeten das Programm ab, das dem Publikum immer wieder neue Hörerlebnisse und Überraschungen bot.

Der Internationale Orgelsommer wird am kommenden Sonntag, 24. Juli, um 18 Uhr in der Vareler Schlosskirche fortgesetzt: mit Andreas Sieling, Domorganist an der großen Sauer-Orgel im Berliner Dom.

Sieling studierte Orgel an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf bei Prof. Hans-Dieter Möller und Kirchenmusik (A-Diplom) in Halle (Saale) sowie Musikwissenschaft, Germanistik und Publizistik in Berlin. Zahlreiche Konzertreisen führten ihn in viele europäische Länder und in die USA.

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