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Varel 1870 wurde es abgerissen, jetzt wird das Vareler Schloss wieder erlebbar: Die bei der Sanierung des Schlossplatzes gefundenen Fundamentreste wurden aufgearbeitet und sind jetzt sichtbar. Jetzt fehlt nur noch die Anpassung an den Schlossplatz.

1870 abgebrochen

Das Vareler Schloss wurde 1870 abgerissen und durch die Bebauung mit dem Amtsgericht und den repräsentativen Wohn- und Geschäftshäusern ersetzt. Das namensgebende Schloss entstand auf dem Kirchen- und Burghügel, wo im 12. Jahrhundert eine einschiffige Kirche, später wohl auch ein Steinhaus der Häuptlinge neben der erweiterten Kirche entstanden.

Im 17. jahrhundert ließ Graf Anton Günther von Oldenburg die Burganlage zu einem repräsentativen Wohnsitz für seinen Sohn Anton von Aldenburg ausbauen. Die Kirche war Bestandteil der Schlossanlage, die auch einen Lustgarten hatte. Bei zwei Bränden, 1751 und 1817, wurde das Schloss schwer beschädigt. Und als es nach dem Ende des Bentinckschen Erbfolgestreits 1854 endgültig an das Großherzogtum Oldenburg überging, wurde es auch nicht wieder aufgebaut. 1870 wurde es abgebrochen, die Stadt erhielt das Gelände und ließ es gestalten.

Es entstanden dort das Amtsgericht, die Mädchenschule (heute: Grundschule am Schlossplatz) und 1912 das Gemeindehaus auf dem Kirchenhügel.

90 Vareler Bürger und Firmen haben dafür insgesamt 14 000 Euro gespendet, die größte Spende in Höhe von 2500 Euro kam jetzt von der Raiffeisen-Volksbank Varel. Bereichsleiter Lars Kühne überreichte das Geld an Hans-Georg Buchtmann vom Heimatverein Varel, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, das von Vareler Privatleuten angestoßen worden war.

Seit die Mauerreste im Mai beim Schlossplatz-Neubau entdeckt worden waren, setzen sich die Vareler mit viel Energie für den Erhalt und die Präsentation der geschichtlichen Relikte ein.

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Die Mauerreste wurden in den vergangenen Monaten konserviert. Die untersten Reihen bestehen aus Originalsteinen des Schlosses; mit historischen Steinen im Klosterformat wurde aufgemauert, um die Mauer auf Platzniveau hochzuholen. Architekt Johann Boner hatte zusammen mit dem Bauamt altes Material beim Monumentendienst in Oldenburg, der ein historisches Materiallager hat, besorgt.

Die Mauer ahmt die Struktur der Grundmauern des Schlosses nach. „Früher war hier die Bibliothek“, weiß Hans-Georg Buchtmann.

Um dem Schlossplatz-Besucher zu verdeutlichen, wo früher das Schloss stand, wurden die historischen Fassadenverläufe von Schloss und Marstall mit gebrauchten Pflasterklinkern im Platz sichtbar gemacht. „Die heutige Straße führt mitten durch den früheren Standort des Schlosses“, berichtet Jan Focko Janssen, der sich seit der ersten Stunde für die Erhaltung der Schlossplatz-Funde eingesetzt hat.

Jan Focko Janssen kündigte an, dass das Mauerwerk jetzt noch mit einer Spezialbeleuchtung ins rechte Licht gerückt werden soll. Neben dem historischen Mauerwerk als Hauptelement soll künftig eine Stele mit einem Abdruck des Schreckkopfes, der bei der Schlossplatzsanierung gefunden worden war, auf dem Platz aufgestellt werden. Zudem soll ein Bronzemodell , das in der Mitte des Schlossplatzes stehen soll, über das alte Schloss und seine Umgebung informieren.

„Der Schlossplatz ist ein guter Kompromiss aus Funktionalität und Historie“, sagte Lars Kühne bei der Übergabe der Spende, die aus Mitteln des VR-Gewinnsparens stammt: „Es wäre schade gewesen, wenn man die Schlosshistorie nicht mit einbezogen hätte.“

Traute Börjes-Meinardus Redakteurin / Redaktion Varel
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