Varel Nimmt man die Zahl der Lieferwagen von Paketdiensten, ist Varel eine neugierige Stadt: Neugierig sind die Bürger offenbar auf Neues, das sie anziehen, hören oder lesen können. Dabei braucht man für das Buch gar nicht den Internet-Versandhändler bemühen: Die beiden Buchhandlungen in der Stadt, Buchhandlung Müller und die Thalia-Buchhandlung, beschaffen (fast) jedes lieferbare Buch über Nacht – und billiger ist es im Internet auch nicht, gilt doch in Deutschland die Preisbindung, die einst ersonnen wurde, um kleine Buchhandlungen zu schützen.

In der Buch-Branche klagen Verlage über sinkende Verkaufszahlen, Buchhändler über die Konkurrenz aus dem Internet. Und in Varel? Die Stadt hat immerhin zwei Buchhandlungen und eine öffentliche Bibliothek. Wie steht es um das Buch und den Leser zum Welttag des Buches, der auf Anregung der Unesco an diesem Dienstag zum 17. Mal begangen wird?

Viele Bücher

Der Welttag des Buches wird bereits zum 17. Mal gefeiert. Rund um diesen Tag erhalten über 700 000 Schüler das Welttagsbuch „Ich schenk dir eine Geschichte“ (in diesem Jahr „Der Wald der Abenteuer“ von Jürgen Banscherus). Die Aktion soll Viert- und Fünftklässler Freude am Lesen bereiten.

In Varel gibt es noch zwei Buchhandlungen: Thalia und Buchhandlung Müller. Der Unternehmer Hans-Georg Müller hatte in den 90ern die frühere Buchhandlung Keffer (Hindenburgstraße) übernommen und sie seinem bestehenden Bürobedarfs-Geschäft angegliedert, wo sie noch heute besteht. Vielen Varelern ist Thalia auch noch als Grüttefien bekannt. Thalia hatte 2006 die Mehrheit an dem Filialunternehmen erworben.

Die Stadt betreibt die Stadtbibliothek. Sie befindet sich seit 1980 in der Nebbsallee, im Haus der ehemaligen Bürgerschule (ein 1841 errichtetes Bauwerk). Zuvor war die Bibliothek in Räumen der Deharde-Turnhalle untergebracht, davor im Rathaus. 2012 sind in der Stadtbliothek Varel 30 600 Bücher, Spiele und Tonträger ausgeliehen worden. Der Medienbestand umfasst 20000 Bücher, einige hundert Zeitschriften, Spiele und analoge sowie digitale Medien.

„Es wird noch gelesen“, sagte Hans-Georg Müller, Inhaber der Buchhandlung Müller in Varel. Die Konkurrenz aus dem Internet, wo große Versandhändler Kunden locken (aber nicht beraten), merkt die kleine Buchhandlung schon. Die Umsätze mit Büchern gehen zurück, „aber wenn man gut sortiert ist, geht es“, sagt Hans-Georg Müller. Seine Buchhandlung will „für Varel erhalten, ich halte das für wichtig“. Die zweite Buchhandlung ist die (größere) Thalia-Buchhandlung, lange auch als Buchhandlung Grüttefien (bis 2008) bekannt, die mittlerweile zu Thalia, der größten Buchhandelskette in Deutschland gehört. Was der Vareler Buchhandelskunde liest? Unterhaltungsliteratur wie Krimis oder auch Liebesgeschichten, antworten Stefanie Hahn (Buchhandlung Müller) und Katinka Engels (Thalia) übereinstimmend. Während Stefanie Hahn den Kunden die Bücher in gedruckter Form anbietet, ist bei Thalia neben dem gedruckten Buch zunehmend das elektronische Buch ein Thema, das in verschiedenen Lesegeräten geboten wird. „Ich war erstaunt, wie viele Vareler einen E-Reader besitzen, übrigens auch ältere Leser“, gesteht Katinka Engels, die seit 2004 bei Thalia arbeitet und seit 2010 in Varel ist. „Das Thema Lesen bleibt aktuell, aber es hat sich gewandelt“, ist ihre Beobachtung. Ostfriesen-Krimis sind übrigens bei Müller gefragt, und der „Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist das meistverkaufte Buch der letzten Jahre. Zum Tag des Buches hat Katinka Engels einen Tipp: „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes im Rowohlt-Verlag. „Ein ernsthaftes Buch, zum Lachen und zum Weinen“, so die Buchhändlerin.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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