VAREL Im Erdkundeunterricht am Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel hatte es Jens Wieting besonders das Thema „Regenwald“ angetan. Heute, mehr als 20 Jahre später, arbeitet er als Regenwaldexperte im „Great Bear Rainforest“, dem größten intakten Regenwaldgebiet der gemäßigten Breiten und verhandelt unter anderem mit Indianern.

Er arbeitet für die Naturschutzorganisation Sierra Club, die sich unter anderem für den Erhalt des Great Bear Rainforest an der Westküste von Kanada im Bundesstaat British Columbia einsetzt. Schneebedeckte Berge, Regenwald, Flüsse und Feuchtgebiete auf 6,4 Millionen Hektar (etwas größer als die Schweiz) beherbergen global bedeutende Vorkommen von Lachsen, Grizzly- und Schwarzbären.

„Landschaft und Tierwelt sind spektakulär“, schwärmt der 41-Jährige von seiner neuen Heimat. Seit 2006 lebt er in Vancouver. Nach dem Studium der Landschaftsplanung in Berlin und der Tätigkeit für den deutschen Entwicklungsdienst in Nicaragua sowie als Tropenwaldreferent bei der Umweltschutzorganisation Robin Wood zog es ihn in den größten Regenwald der gemäßigten Breiten. Und das eher per Zufall, weil seiner Frau eine Stelle als Klimawissenschaftlerin an der Universität Victoria angeboten wurde. „Wir wussten wenig über Kanada“ erinnert sich Jens Wieting, „aber die Tatsache, dass es dort diesen Regenwald gibt, war natürlich ein Argument, dorthin zu gehen“. Nach einem Jahr Elternzeit trat er seine Stelle beim Sierra Club an. Mittlerweile hat er seine neue Heimat schätzen gelernt.

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„Vom Wohnzimmerfenster aus die schneebedeckten Berge an der Küste sehen zu können, ist schon klasse“, schwärmt er. Für einen Naturfreund biete Kanada enorme Möglichkeiten. „Man kann Orcas vom Land aus sehen, an der Küste gibt es Weißkopfseeadler und ich habe auch schon mehrere Bären gesehen.“ Auch die Weite des Landes gefällt ihm. British Columbia ist dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur fünf Millionen Einwohner.

Auch die Freundlichkeit der Kanadier hat es Jens Wieting angetan. „Die Kanadier sind sehr aufgeschlossen anderen Menschen gegenüber“, sagt er. Und so war es für die deutsche Familie leicht, in Kanada neue Freunde zu finden. Trotzdem vermissen sie natürlich Familie und Freunde in Deutschland. Und noch eines fehlt Jens Wieting in seiner neuen Heimat: gutes deutsches Brot und Vollkornbrötchen. Auch kritische Tageszeitungen wie in Deutschland fehlen dem gebürtigen Vareler. Schätzen gelernt hat er auch das politische System Deutschlands. „In Kanada repräsentiert die Regierung die Bevölkerung nicht so gut wie in Deutschland“, hat er festgestellt.

Alle ein bis zwei Jahre kommt Jens Wieting mit seiner Familie nach Varel und freut sich, am Kurhaus in Dangast Rhabarberkuchen zu essen und auf die Nordsee blicken zu können. Eigentlich wollte er nur zwei Jahre in Kanada bleiben, aber er hat seine Meinung schnell geändert: „Es gefällt uns so gut, es gibt keinen Grund zurückzukommen.“

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Traute Börjes-Meinardus Redakteurin / Redaktion Varel
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