Varel „Ich bin die Seelenfresserin, uaaaaahhhrgggggg!“ Allein ihre tiefe Stimme lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Viola Padecken läuft es stattdessen über die lange Narbe direkt durchs Gesicht. Im weißen Totenhemd geistert sie über die in schauriges Licht getauchte Bühne im Vareler Tivoli und streckt die Arme nach Opfern aus.

Viola war eine von zahlreichen Gästen, die während des Tags der offenen Tür der Niederdeutschen Bühne (NDB) Varel am Sonntagabend einen Blick hinter die Kulissen geworfen haben. In der Maske im Keller ließ sie sich schminken. Und zwar von der nicht weniger Furcht einflößenden „Gräfin Victoria“. Mit wenigen Handgriffen verwandelte sie das Mädchen in eine Untote. „Wie bei The Walking Dead“, sagte sie in Anspielung auf die Zombie-Serie im Fernsehen.

Die „Gräfin“, die die Niederdeutsche Bühne eigens aus dem Grusuleum in Hooksiel herbeigerufen hatte, ist nach eigenen Angaben seit 540 Jahren tot und spukt seitdem umher. So auch mit den vielen kleinen Hexen, die sich an dem Abend mit dunklem Gewand und schwarzem Hut zurechtmachen ließen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Zum Abschluss der Geburtstagssaison lud die NDB unter dem Motto „90 Jahre jung“ ein. Viele nutzten die Gelegenheit, sich in der Maske, im Fundus mit den Kostümen sowie auf der Bühne umzusehen. Auf dieser war noch das originale Bühnenbild der zuletzt gezeigten Moritat „De Moorkatenoper“ aufgebaut. Das Ensemble, verkleidet in den Rollen des Stückes, standen nicht nur Rede und Antwort, sie spielten auch einige Szenen, lasen Texte oder sangen Lieder.

Zehn Mal wurde das Singspiel unter der Regie von Anke Hempel aufgeführt. Es bildete den Höhepunkt zum 90. Geburtstag der Niederdeutschen Bühne. „Wir sind mit dem Zuschauerinteresse sehr zufrieden“, zog die Vorsitzende Silvia Beyer-Först ein zufriedenes Fazit: „Alle Vorführungen waren gut besucht.“

Auch die Schauspieler bekamen für ihre Leistung viel Lob. „Sie wurden von Mal zu Mal besser“, hat Silvia Beyer-Först festgestellt. Besonders beeindruckt hat Frank Wittkowski in der Rolle des Schamanen „Schabulinski“, der auch am Sonntagabend mit den Gästen seinen Schabernack trieb.

Für jeden Spaß zu haben war zudem die erst 19-jährige Saskia Lürßen, die in ihrer ersten Hauptrolle als Maleen Fischbeck überzeugte. Sie trug einen alten Keilerkopf mit sich herum und erschreckte damit die Leute.

Sie gehörte bis vor zwei Jahren noch der Jugendgruppe „De Plietschen“ an. In ihr ist auch Viola Padecken aktiv, die immer noch im Totenhemd, einem Originalkostüm des Oldenburgischen Staatstheaters, das dort schon vor 40 Jahre als Verkleidung verwendet worden war, über die Bühne geistert.

Sie spricht zudem sehr gut Plattdeutsch. „Ich spreche das auch zu Hause“, verrät sie, woher sie die Übung darin hat. Um den Nachwuchs muss es der Niederdeutschen Bühne Varel also nicht bange sein – trotz des vielen Bluts.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos/friesland 
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.