Varel Mit einem Alarmruf sind am späten Donnerstagabend die 51. Niedersächsischen Literaturtage in Varel eröffnet worden. „Die Lesekompetenz nimmt immer mehr ab“, sagte Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland vor 70 Gästen im Waisenhaus.

Immer mehr Kinder könnten gar nicht oder nur sehr schwierig sinnerkennend lesen. „Das gefährdet die Demokratie.“ In diesem Zusammenhang forderte Regula Venske von der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, einen „Lesepakt zur Förderung der Lesefähigkeit der Kinder“ einzugehen. „Wenn man ernsthaft Leseförderung betreiben will, ist viel Kleinarbeit nötig“, sagte sie.

Das Programm

Samstag, 21. September: 11 Uhr, Bücherei St. Bonifatius Kirche: „Vareler lesen Vareler Texte“, Eintritt frei. 13 Uhr: Treffpunkt Schlossplatz: Literarischer Stadtgang (Teilnahme kostenlos). 15 Uhr: Turmloge der Schlosskirche „Vershorizonte“, Lyrik, Moderation: Astrid Dehe, (Eintritt 10 Euro). 20 Uhr: Winicker und Lieber Varel: Literatur in der Fabrik. „Einblicke“ mit Georg Klein und Gerhard Henschel (Eintritt 12/10 Euro). Sonntag, 22. September: 11 Uhr Franz-Radziwill-Haus: „Worthorizonte“, Kurze Prosa mit Sudabeh Mohafez und Guntram Vesper (Eintritt 10/8 Euro). 15 Uhr: ​Bistro Schleuse: „Bis zum Horizont und weiter“ mit Gabriela Jaskulla und Jochen Schimmang (Eintritt 8/6 Euro). ab 17 Uhr: Franz-Radziwill-Haus Dangast: Ausklang

Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe, bei der noch bis diesen Sonntag, 22. September, zahlreiche Lesungen und Diskussionen auf dem Programm stehen, diskutierte Gastgeber und Moderator Dr. Achim Engstler gemeinsam mit der Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland sowie Sabine Prilop, Vorsitzende des VS Niedersachsen/Bremen und der vielfach ausgezeichneten Autorin Marion Poschmann unter dem Leitmotiv „Horizonte der Literatur“ darüber, wie modern Schreiben und Lesen im neuen digitalen Zeitalter noch ist.

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Ein Bestandteil ist das Vorlesen. „Doch warum geht man zu Autorenlesungen?“, fragte Achim Engstler. „Lange bevor Geschichten Aufgeschrieben wurden, hat man sie sich erzählen lassen“, antwortete Sabine Prilop. „Vorlesen spricht die Gefühle an und gibt einem Geborgenheit“, ergänzte Regula Venske. Manche Texte würden durch den Vortrag ganz andere Texte.

„Die Literaturtage zeigen die Vielfalt der Literaturlandschaft in Niedersachsen und Bremen. Doch auch in Friesland haben wir viele Geschichten, die uns mit Literatur und Kultur verbinden“, sagte Frieslands stellvertretende Landrätin Marianne Kaiser-Fuchs. Auch Bürgermeister Wagner begrüßte die Gäste im Waisenhaus und gestand, in seiner Jugend vorwiegend Arzt-Romane „verschlungen“ zu haben.

In seiner Einführung wies Achim Engstler auf die literarische Geschichte Varels hin. Von Voltaire über Theodor Storm bis hin zu Ferdinand Hardekopf habe die Stadt viel Schriftstellerisches zu bieten. Den Abend rundete das Duo „Violino classico“ mit Deniz Berkenbusch und Stefan Krücken musikalisch ab.

„Das ist ein wahnsinniges Programm, was Sie auf die Beine gestellt haben“, sagte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner an Achim Engstler gerichtet und lobte: „Ich ziehe den Hut davor.“


Ein Video-Interview mit Dr. Achim Engstler unter   https://youtu.be/calh8ywkkfg 
Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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