Varel Es war ein in mehrfacher Hinsicht bemerkenswertes Konzert, das am Donnerstagabend in der Vareler Schlosskirche zu erleben war. Vor allem konnte sich das zahlreiche Publikum in den 90 Minuten von der herausragenden Gesangskunst des Calmus Ensembles überzeugen, seit Jahren eine der erfolgreichsten A-cappella-Gruppen im Bereich Klassik.

Die Leichtigkeit und Präzision, mit denen Anja Pöche (Sopran), Tobias Pöche (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton), Manuel Helmeke (Bass) und Stefan Kahle (Countertenor) noch die komplexesten Klangstrukturen durchhörbar gestalteten, waren meisterhaft, ebenso wie die Integration der fünf virtuosen Einzelstimmen in die Harmonie des Ensembles. Dabei ist der Auftritt der fünf Musiker aus Leipzig auf sympathische Art frei von jeglichen Star-Allüren

Bemerkenswert war auch das Programm. Die unter dem Titel „Prayer“ in vier Vierergruppen dargebotenen musikalischen Gebete aus Renaissance, Barock, Romantik und Moderne stellten die enorme stilistische Bandbreite des Vokalquintettes unter Beweis. Beeindruckend war zum Beispiel, wie das Ensemble die eigentlich als schlichte „Gebrauchsmusik“ geschriebenen Psalmenvertonungen des Barockkomponisten Heinrich Schütz als Gesangsstücke von berührender Innigkeit gestaltete. Und die Interpretation der vier meditativen Gesänge des 2013 verstorbenen Briten John Tavener belegten einmal mehr, wie bewegend zeitgenössische Musik sein kann.

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Auch für den Veranstalter, den Verein für Kunst und Wissenschaft (Kuwi), handelte es sich um einen bemerkenswerten Abend. Zum einen engagierte der Vorsitzende Klaus Weber das Calmus Ensemble nach 2003 und 2006 jetzt bereits zum dritten Mal – das erste Mal übrigens noch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Musikrat, der damals wie heute junge, noch unbekannte Talente fördert. So begrüßte der herzliche Beifall am Beginn des Konzertes die fünf immer noch jungen, inzwischen aber international gefeierten Künstler fast wie „gute alte Bekannte“.

Nicht nur für den Veranstalter, sondern auch für das Ensemble war es ein bemerkenswertes Konzert. Denn wie Bariton Ludwig Böhme und Bassist Manuel Helmeke verrieten, singen sie nicht oft vor Zuhörern, die so konzentriert und sensibel den vokalen Spannungsbogen begleiten wie das Vareler Publikum. „Vor allem haben wir das am Applaus gemerkt, der nicht nur an den richtigen Stellen kam. Der Beifall war nach den einzelnen Gesangsblöcken eher dezent und dadurch dem geistlichen Gehalt der Musik angemessen“, sagte Manuel Helmeke.

Nach dem begeisterten Schlussapplaus mit stehenden Ovationen bedankte sich das Ensemble mit zwei Zugaben, darunter eine wunderbare Interpretation von „Der Mond ist aufgegangen“.

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