Varel „Mein Vater wäre nie nach Deutschland zurückgegangen“, sagt Daniel Loewe, dessen Vater Heinrich mit Gertrud Schwabe verheiratet war. 1934 floh die damals 27-jährige Frau, die Familienmitglied der „Leder-Schwabes“ war, vor den Nazis nach Palästina. Dort lernte sie ihren Ehemann Heinrich Loewe kennen, der seinerseits bereits 1924 aus Deutschland ausgewandert war. Über eine Station in Australien kehrte die Familie mit Unterstützung des ersten Oberkreisdirektors des Landkreises Friesland, Karl Steinhoff, 1961 nach Deutschland zurück.

Veröffentlichung

300 Exemplare wurden von Holger Frerichs’ neuem Buch gedruckt und sind in lokalen Buchhandlungen erhältlich (13,90 Euro, 87 Seiten, Verlag Hermann Lüers). ISBN: 978-3-9819582-4-9.

„Meine Mutter hat sich in Israel nie wohl gefühlt und wollte vor allem, dass für meinen behinderten Bruder Micha gesorgt ist, wenn sie nicht mehr sein sollte“, erzählt Daniel Loewe. „Sie war die dominante in der Beziehung und hat sich letztlich durchgesetzt.“

Heute lebt der Sohn von Gertrud Schwabe in Schleswig-Holstein und ließ es sich nicht nehmen, jetzt bei der Vorstellung von Holger Frerichs’ neuem Buch „Die Leder- und Treibriemenfabrik Schwabe in Varel (1861-1937). Aufstieg und Vertreibung einer jüdischen Fabrikanten-Familie“ im evangelischen Gemeindehaus dabei zu sein.

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Dem Autoren war er sehr dankbar, dass er sich in seinem Werk, das mit vielen Illustrationen und einer Ahnentafel versehen ist, mit der Geschichte der „Leder-Schwabes“ auseinandersetzt, die bis zur NS-Zeit eine der wichtigsten Familien in Varel war. „Die Familie hat nach der Auswanderung lange nicht über das Thema gesprochen“, sagt Daniel Loewe. „Nur meine Tante in Australien und meine Großmutter Blanche haben Geschichten darüber erzählt. Einige der Dinge, die Herr Frerichs herausgefunden hat, wusste nicht einmal ich.“

Mit Hilfe von Quellen aus mehreren Sammlungen und Archiven – unter anderem des Archivs des „Gemeinnützigen“ – trägt der Autor verschiedener regionalgeschichtlicher Bücher, Zeitschriften- und Zeitungsbeiträge mit seinem neuen Werk dazu bei, an die Verbrechen während der Nazi-Zeit zu erinnern. Wie wichtig dies ist, machte Daniel Loewe auch noch einmal deutlich: „Selbst meine beiden Söhne zeigen keinerlei Interesse an ihrem jüdischen Ursprung. Das ist gerade heutzutage schon tragisch.“

Florian Mielke Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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