Varel /Dangast Der Schriftsteller ist anwesend – „The Writer Is Present“. Die Anwesenheit und den Moment einfangen und festhalten will der Vareler Künstler Matthias Langer mit seinem Fotoprojekt anlässlich der 51. Niedersächsischen Literaturtage in Varel und Dangast. Der für seine Fotografien und Malerei mehrfach ausgezeichnete Künstler wird vor den Lesungen jede Autorin und jeden Autor inmitten ihres ankommenden Publikums fotografieren. Das Projekt soll die Autoren in Verbindung mit dem Publikum und dem Ort zeigen. „Das Publikum wird im Fluss abgebildet, vielleicht in Gedanken und Vorfreude auf die bevorstehende Lesung“, sagt der Künstler.

Literaturtage starten diesen Donnerstag im Waisenhaus

An diesem Donnerstag, 19. September, starten die 51. Niedersächsischen Literaturtage. Sie werden um 20 Uhr im Vareler Waisenhaus unter dem Titel „Horizonte der Literatur“ eröffnet. Der Eintritt ist frei. Grußworte sprechen Frieslands Landrat Sven Ambrosy, Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und Regula Venske, Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland.

Bei einer Talkrunde diskutieren sie gemeinsam mit Sabine Prilop, Vorsitzende des VS Niedersachsen Bremen, und der vielfach ausgezeichneten Marion Poschmann über die Zukunft der Literatur. Die Moderation übernimmt Dr. Achim Engstler aus Varel. Musikalisch begleitet das Duo „Violino classico“ mit Deniz Berkenbusch und Stefan Krücken die Veranstaltung.

Interview mit Achim Engstler: https://youtu.be/calh8ywkkfg

Das rogramm unter www.literaturtage-niedersachsen.de

Mehrere Sekunden lang dauert die Aufnahme, in denen die Autoren ganz still halten müssen. Eigens dafür hat er einen, auf der Aufnahme kaum sichtbaren, Stuhl gebaut, an dem der Porträtierte den Kopf anlehnen kann. „Der Stuhl hilft den Autoren, reglos zu verharren, damit sie auf der Aufnahme so scharf wie möglich zu sehen sind.“ Das sich bewegende Publikum hingegen wird in schemenhafter Bewegung unscharf sein, so dass einzelne Personen nicht zu erkennen sind. „Literatur und Fotografie arbeiten beide beschreibend. Man glaubt aber, Fotografie sei das objektivere Medium, das wiedergibt, was da ist, dabei legt der Betrachter immer sein Wissen mit in ein Bild – seine eigenen Erfahrungen und Assoziationen.“

Die Verfremdung in seinen Werken entsteht während der Aufnahme und nicht in nachträglicher Bearbeitung. Durch sie sehe jeder etwas anderes in Matthias Langers Fotografien. Er fotografiert analog und großformatig. „Die Kamera ist mein Werkzeug, um meine Vorstellungen zu realisieren. Ich überlege, welches Objektiv und welche Blende gebraucht werden, um das Bild aus meinem Kopf umzusetzen.“ Für seine Kunst experimentiert er mit Belichtungszeiten und der Blendeneinstellung. Die Interpretation des Werkes möchte Matthias Langer dem Betrachter überlassen. Interessant an dem Projekt findet er die Idee, die Autoren mit ihrem Publikum zu verbinden und sie nicht auf der Bühne getrennt von dem Publikum zu fotografieren.

Neben den Porträts möchte er während der Lesung eine weitere Aufnahme machen. Dafür wird er seine Kamera auf einem Stativ im Raum aufbauen und den Verschluss der Kamera mit Beginn der Veranstaltung öffnen. Erst am Ende der Lesung wird der Verschluss geschlossen, so dass ein Foto mit einer Belichtungszeit der Veranstaltungsdauer entsteht. So fasst das Bild alles Geschehene in nur einer Aufnahme zusammen.

„Bei der analogen Fotografie gibt es immer das Risiko des Nichtgelingens“, sagt Matthias Langer. „Es gibt kein direkt überprüfbares Ergebnis, man kann sich das Bild nicht im Anschluss auf dem Display anzeigen lassen. Je nachdem erwartet mich eine positive oder eben auch negative Überraschung.“ Die Testaufnahmen, die der Künstler mit dem künstlerischen Leiter der Literaturtage Achim Engstler im Voraus aufgenommen hat, lassen jedoch ein vielversprechendes Ergebnis erwarten.

Wo und wann die während der Literaturtage entstandenen Werke veröffentlicht oder ausgestellt werden, steht noch nicht fest und hängt auch von dem Gelingen des Projekts ab.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.