Varel Kaum war die Familiengemeinschaft Oldorf-Nord gegründet, stand sie auch schon in der Zeitung. Sie verstärkte den traditionellen Bummellaternenumzug der Vareler Feuerwehr, bei dem man „noch nie so viele schillernde Lampions im Straßenbild gesehen hatte wie an diesem Abend“, schrieb „Der Gemeinnützige“ in der Ausgabe vom 4. September 1958 und fügte hinzu: „Erstmalig war unter den Familiengemeinschaften auch die vor etwa einem Dreivierteljahr gegründete Vereinigung „Oldorf-Nord“ vertreten. Sie umfaßt vor allem die untere Koppenstraße und hat ihren Namen nach der alten Flurbezeichnung gewählt.“ Vorsitzender Hans Werner bedankte sich „herzlich bei der Feuerwehr, den Kapellen und allen anderen Beteiligten für die Ausrichtung dieses Abends“.

Damit ging „Der Gemeinnützige“ gleichzeitig auf die Gründung des Vereins ein, der am heutigen Mittwoch sein 60-jähriges Bestehen im kleinen Rahmen im Café Haferkamp feiert – und dabei auch die Gründungsmitglieder Lilo Niemeyer, Gretchen Schmidt und die Eheleute Helga und Werner Schwob ehrt, die sich ununterbrochen in der Gemeinschaft engagiert haben, wie der heutige Vorsitzende Heinz Behrens betont.

Er blickt auch auf die Geschichte des Vereins zurück, die mit dem Binden von Kranz und Krone für eine Silberhochzeit in der Koppenstraße begann. Daraus sollte mehr werden, nämlich ein Verein, in dem Geselligkeit und Unterhaltung ebenso gepflegt werden wie der Heimatgedanke. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl muss da wohl schon vorhanden gewesen sein“, glaubt Behrens und sieht hier auch eine enge Verbindung zur Geschichte im nördlichen Stadtgebiet: „Oldorf war einer der ersten Wohnflecken in Varel, mit dem Zentrum im Bereich der späteren Keksfabrik Bahlsen.“

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Die Beteiligung am Laternenumzug gehörte zu den ersten Aktivitäten. Bereits im Jahr darauf setzte die Familiengemeinschaft ihren ersten Maibaum, der gleich zweimal im „Gemeinnützigen“ erwähnt wurde: am 5. Mai mit einem Foto („Einen schönen Maibaum setzte die Familiengemeinschaft Oldorf-Nord“), und zwei Tage später mit der Meldung „Wachsame Oldorfer“: Der herrliche Maibaum von Oldorf-Nord in der Koppenstraße, den wir am Montag auf der Bilderseite zeigten, war Ziel einer Büppeler „Klau-Gruppe“. Wie es aber den „Fremdlingen“ erging, schilderte ein Oldorfer in Reimen: „Die Büppeler kamen zum Maibaum-Klauen, doch Oldorf-Nord tat den Braten durchschauen. - Die Wache von Oldorf gab schnell Alarm - dann nahm man die Büppeler noch auf den Arm. -Sie suchten den Spaten, oh Schreck, oh Schreck! - Ja, wir nahmen euch stickum den Spaten weg! - Da wart ihr wohl platt, doch dann lachtet ihr mit, - fuhrt wieder nach Hause: so’n Pech! so’n Sch...!“

Den ersten Ausflug gab es im September 1959: „Oldorf-Nord auf froher Fahrt“ überschrieb „Der Gemeinnützige“ die Fahrt ins Museumsdorf Cloppenburg – mit Preiskegeln, „Fahrtenlotto“ und musikalischer Unterhaltung von Erwin Elberling sowie einem Auftritt von Werner Schwob als „Schütze Bumm“. Traf man sich anfangs in der Waschküche und im Schuppen eines Mitgliedes, folgten bald zahlreiche Unternehmungen: Neben Ausflugsfahrten Wanderungen zu Fuß und mit dem Rad, Laternenumzügen, Betriebsbesichtigungen, Erntedankfesten, Bingo-Abenden und Dia-Vorträgen – Aktivitäten, die zum Teil noch heute fortgesetzt werden.


Alles zum Jubiläum unter   www.nwzonline.de/gemeinnuetziger200 

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