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Varel Seit mehr als 40 Jahren hat die „Germania“ ihren festen Standplatz und damit ihre Ruhe. Doch das war nicht immer so. Vor genau 50 Jahren, Ende Oktober 1968, wurde sie an ihrem damaligen Standort an der Ecke Schlossplatz/Lange Straße von ihrem Sockel gehoben und für vier Jahre auf dem Bauhof eingelagert. „Neuer Platz für die „Germania“ gesucht“, berichtete „Der Gemeinnützige“ damals und wies darauf hin, dass das „älteste Vareler Kriegerehrenmal ruhelos“ geworden ist.

Denn die „Germania“, 1874 feierlich eingeweiht, stand nur neun Jahre lang dort. Zuvor bildete sie den Mittelpunkt des Schlossplatzes. „Motive erstrebenswerten Raumgewinns brachten die Stadtväter auf den Gedanken des Umzuges auf das Anlagendreieck an der Gaststätte „Zum Amtsgericht“, schrieb damals Chronist Willy Hinck und erinnerte: „Nur wenige skeptische Beobachter ahnten voraus, daß auch hier die Tage der Germania bald gezählt sein würden.“

Der Grund für den Umzug nach nicht einmal einem Jahrzehnt: Die damalige Neugestaltung des Schlossplatzes und die damit verbundene Linienführung der Schlossstraße. Während der Abbruch des Denkmals reibungslos vonstatten ging, gab es dagegen „Bruch“ beim Fällen einiger Bäume an der Kreisstraße in Höhe des damaligen Neubaus des Kiosk und der Toilettenanlage gegenüber des Schlossplatzes. Ein Baum stürzte auf das Dach des Rohbaues und zerschlug einige Dachsparren.

Die „Germania“ indes legte sich auf dem Bauhof „zur Ruhe“, während in der Stadt über einen neuen Standort nachgedacht wurde. Im Gespräch waren die Nachbarschaft des damals neuen Kriegerehrenmals an der Friedrich-August-Straße und der Bereich Hansastraße/Neumühlenstraße. „Eine baldige Lösung dieser Frage liegt sehr im Interesse der Öffentlichkeit“, kommentierte Hinck im „Gemeinnützigen“. Doch erst vier Jahre später, 1972, wurde der Platz vor dem Vareler Amtsgericht festgelegt.

Die „Germania“, die an die Gefallenen des gerade beendeten Krieges 1871 gegen Frankreich erinnert, wurde 1872 in Auftrag gegeben. Der Vareler Baumeister H.H. Menkens und der Direktor des Vareler Eisenwerkes, J. Preller, fertigten den Entwurf, der sich bereits an den neugotischen Formen des Amtsgerichts orientierte. Der Urheber der Plastik selbst ist dagegen unbekannt.

Die Vareler Baufirma Brunken hatte das Denkmal aufgestellt. Auf dem Schlossplatz war es ursprünglich noch mit einer Pumpe verbunden, mit der Marktbezieher mit Wasser versorgt wurden. Im September 1874 wurde die „Germania“ schließlich eingeweiht. Vor acht Jahren, im Oktober 2010, wurde das Denkmal aufwendig restauriert.


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