JEVER Mit Gambe, Gitarre oder Chitarrone und Cembalo Hörgewohnheiten des 18. Jahrhunderts vorgestellt. Melodien-Potpourris für den Hausgebrauch.

Von Melanie Hanz JEVER - Mit einem Konzert, bei dem die Hörgewohnheiten der Musikliebhaber des 18. Jahrhunderts im Vordergrund standen, hat am Sonnabend das Ensemble „Hamburger Ratsmusik“ in der Stadtkirche Jever gastiert. Simone Eckert (Viola da Gamba), Michael Fuerst (Cembalo) – zwar gebürtiger Amerikaner, aber mit ostfriesischen Vorfahren, so dass sein Gast- zum „Heimspiel“ wurde – und Ulrich Wedemeier (Gitarre und Chitarrone) hatten Stücke von Komponisten ausgewählt, die als direkte Vorläufer und Wegbereiter Wolfgang Amadeus Mozarts gelten können.

Franz Xaver Hammer (1741 bis 1817), Carl Friedrich Abel (1723 bis 1787) und Carl Philipp Emmanuel Bach (1714 bis 1788) haben laut „Hamburger Ratsmusik“ mit Mozart gemeinsam, dass sie die Melodie ihrer Kompositionen als wichtigstes Element in den Vordergrund stellten.

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Und so erlebte das jeversche Publikum tatsächlich melodische Überraschungen: Beim Bach-Schüler Abel, der mehr als Gamben-Solist denn als Komponist bekannt ist und der dem jungen Mozart in London Kompositions-Unterricht erteilte, erklingt plötzlich die Melodie der drei Knaben aus Mozarts Zauberflöte.

Und Francesco Molino (1775 bis 1845) hat die bekanntesten Melodien aus Mozarts Opern zu Gitarren-Potpourris für den Hausgebrauch umgeschrieben. „Molino war weder berühmt noch ein Wegbereiter Mozarts – er war vielmehr ein Trittbrettfahrer“, erklärte Wedemeier. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sei der Bedarf an Musiken zum Nachspielen zu Hause immens gewesen. Bei den Variations sur l’air „Oh dolce contento“ („Das klinget so herrlich“) aus der Zauberflöte klingt tatsächlich Zither-begleitete Volksmusik an. Natürlich blieb auch Mozart nicht ungehört: Michael Fuerst spielte die Sonate C-Dur (KV 278) für Cembalo.

Schön anzuhören war die Viola da Gamba. Die Gambe, eine italienische „Kniegeige“, klingt weicher als die Streichinstrumente der Geigenfamilie. Besonders schön dazu passte die Chitarrone, eine Bass-Laute, die Wedemeier bei Hammers Sonate D-Dur, der D-Dur-Sonate Carl Philipp Emmanuel Bachs und einem anonymen Manuskript als Generalbass einsetzte.

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