Varel Große Trauer herrscht in Varel: Der Schauspieler Udo Kollstede ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Niederdeutsche Bühne Varel einen ihrer profiliertesten Schauspieler. Kollstede, der selbst einige Jahre Bühnenleiter und Ehrenmitglied der Bühne war, hatte mehr als vier Jahrzehnte auf der Bühne gestanden.

„Ein schwerer Verlust. Er hat viele Impulse gesetzt für die Niederdeutsche Bühne Varel“, zeigte sich Bühnenleiterin Hilke Zahn tief betroffen. Auch Kollstedes kongenialer Partner in zahlreichen Stücken und Sketchen, Günter Brüntje, ist traurig. „Mit Udo Kollstede verlieren wir ein Vareler Urgestein.“

In der Tat, Kollstede war äußerst populär und nah bei den Menschen. Jeder freute sich, wenn er den Schauspieler sah. Und Kollstede war immer gut gelaunt und hatte für jeden ein fröhliches Wort. Den letzten Termin der Sketchgruppe mit Günter Brüntje und Gitta Laßen am 28. Februar, mit denen Kollstede über viele Jahre spielte, musste der Schauspieler aus Krankheitsgründen jedoch absagen.

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Geboren wurde Udo Kollstede am 29. Mai 1940 in Oppeln, Oberschlesien, wo der Vater zeitweilig Polizist war.

Nach dem Kriege kam Kollstede nach Friesland, nach Collstede, wo er aufwuchs und die Familie einen Hof bewirtschaftete. Und dort wurde er mit der plattdeutschen Sprache infiziert, die er so trefflich und nuanciert zu sprechen wusste. Er lernte Landwirt, später Werkzeugmacher im Motorenwerk (heute Premium Aerotec).

Als Dorfrichter

Ein Arbeitskollege brachte ihn zur Niederdeutschen Bühne Varel, und zwar zunächst zum Bühnenbau. 1972 stand er zum ersten Mal auf der Bühne. Als Professor spielte er in „Thea Witt makt nich mit“. Von da an hatte er „Blut geleckt“.

Er wirkte in einigen der großartigsten Inszenierungen der Bühne mit, so in „Van ­Müüs un Minschen“, „Katharina Knie“ und „Schuld“. Für seine Rolle als Dorfrichter in der plattdeutschen Version vom „Zerbrochenen Krug“ (Dat Schörengericht) ließ er sich gar eine Glatze rasieren. „Drei Tage war Funkstille zu Hause“, erzählte er später.

In zahlreichen Komödien wirkte Kollstede mit, zuletzt in „Minsch arger di nich“ (2010), wo Kollstede bezeichnenderweise den abgehalfterten Mimen Beckmann spielt. „Theater war sein Leben“, urteilt sein Schauspieler-Kollege Günter Brüntje.

Freilichttheater

Er hat in der Freilichtaufführung „Der Schimmelreiter“ am Dangaster Deich den alten Deichgraf gespielt, er war als Pastor in der „Braut von Fikensolt“ in Westerstede oder als Lukas in „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ in Osterholz-Scharmbek. Acht Jahre leitete er die Vareler Bühne, übernahm die Regie und stand auch immer wieder auf der Bühne. Dabei konnte er durchaus ungehalten sein, wenn spätere Inszenierungen nicht seinen Qualitätsvorstellungen entsprachen.

Udo Kollstede hinterlässt drei Kinder – Sohn Thorsten und die Töchter Donata und Susanne. Familie und Freunde geben dem Schauspieler am Montag, 30. März, das letzte Geleit (12 Uhr, Auferstehungskirche Varel, Oldenburger Straße).


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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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